“Meine neue Heimat“ – Fotografische Impressionen von Rostocker Zugewanderten

Laufzeit: vom 8. bis 30. November 2006
Ort: Waldemar Hofs, Waldemar Str. 33

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In einem Gemeinschaftsprojekt von Diên Hông e.V. und dem Ausländerbeirat Rostock, dem Ausländerbeauftragten der Hansestadt Rostock und der Heinrich Böll Stiftung M-V waren 30 Fotoarbeiten von in Rostock lebenden Zugewanderten vom 8. bis 30. November 2006 im Waldemar Hof zu sehen.

“Das Dorf im Tal” – Seidenmalerei, Farbholzschnitte und Aquarelle

Laufzeit: vom 28. September bis 17. November 2006
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung MV, Mühlenstr. 9, Rostock

In einer Gemeinschaftsausstellung zeigten die Heinrich Böll Stiftung MV, der Landkreis Bad Doberan und der Rostocker Verein Diên Hông Werke der im fränkischen Nürnberg lebenden Pham Thi Doan Thanh.

BQN (Berufliches Qualifizierungs-Netzwerk) Rostock

Laufzeit: vom 01. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2006
Projektleitung: Uta Wehebrink
Team: Hartmut Gutsche, Jamal Lagnaoui

Beschreibung und Ziele: Im November 2002 bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF) eine sechsmonatige Vorphase zur Planung eines regionalen Kooperationsnetzwerkes für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (BQN). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Das BQF-Programm will mit der Förderung von Projekten in insgesamt vier Innovationsbereichen dazu beitragen, die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern. Dabei geht es nicht darum, neue Fördeinstrumente zu schaffen, sondern die vorhandenen Maßnahmen optimal aufeinander abzustimmen und für alle Jugendlichen, die zur Zielgruppe gehören, erreichbar zu machen. Förderschwerpunkt des Innovationsbereichs IV ist die Entwicklung und Weiterentwicklung von Modellen lokaler und regionaler Kooperationsnetzwerke für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (BQN) mit folgenden Leitzielen:

  • Förderung des Zugangs von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund zur Berufsausbildung,
  • Stärkung der Bedeutung der Berufsausbildung von Migrantinnen und Migranten in der öffentlichen Wahrnehmung,
  • konzeptionelle Weiterentwicklung der regionalen Zusammenarbeit der für die Berufsausbildung dieser Zielgruppe relevanten Akteure.

In der Vorphase, die am 1. November 2002 in Rostock begonnen hat, soll zunächst eine Bestandsaufnahme zur Ausbildungsbeteiligung der Zielgruppe im Arbeitsamtsbezirk Rostock erarbeitet und der konkrete Bedarf vor Ort festgestellt werden.

Um ein möglichst differenziertes Bild von der Situation vor Ort zu bekommen, beschränkt sich die Bestandsaufnahme nicht auf die Auswertung von statistischem Material. Durch Befragungen der Zielgruppe und AkteurInnen des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts sollen Einschätzungen und Meinungen zur Thematik gesammelt und unterschiedliche Perspektiven eingebracht werden. Sobald erste verwertbare Ergebnisse vorliegen, ist geplant, mögliche KooperationspartnerInnen zusammen zu bringen und gemeinsam zu überlegen, auf welche Weise die Ausbildungsbeteiligung der als problematisch identifizierten Gruppen jugendlicher MigrantInnen durch eine verbindliche Netzwerkarbeit verbessert werden kann.

Vom 01. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2006 (Hauptphase dees Projektes) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF) bundesweit den Aufbau von zehn lokalen und regionalen beruflichen Qualifizierungsnetzwerken für Migrantinnen und Migranten (BQN), eins davon im Arbeitsamtsbezirk Rostock.

Ziel ist es

  • durch die Bündelung von Erfahrungen und Ressourcen der für die Berufsausbildung der Zielgruppe wichtigen Akteurinnen und Akteure,
  • die konzeptionelle Weiterentwicklung der regionalen Zusammenarbeit,
  • sowie die Sensibilisierung der Wirtschaft und der Öffentlichkeit vor Ort für die Berufsausbildung von Migrantinnen und Migranten

die strukturellen Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung zu verbessern. Ausgangspunkt aller aus diesem Programm geförderten Projekte ist an den Kompetenzen und nicht an den Defiziten der Jugendlichen anzusetzen. Viele junge Migrantinnen und Migranten verfügen über Potenziale, wie Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland, besonders auch Mecklenburg-Vorpommern, im Rahmen der EU-Erweiterung bis hin zur Globalisierung notwendig sind. Diese Potenziale gilt es zu erkennen, zu fördern und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.

Kernfelder von BQN-Rostock:

  • Berufliche Beratung und Orientierung
  • Berufsvorbereitung
  • Akquisition von (betrieblichen) Ausbildungsplätzen
  • Interkulturelle Kompetenz von LehrerInnen, BeraterInnen und AusbilderInnen
  • Netzwerkarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit

Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen

Laufzeit: vom 01.05. bis 31.12.2005
Projektleitung: Insa Evers, Jenny Bonin
Team: Insa Evers, Jenny Bonin

Beschreibung und Ziele: Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat den beim Verein Diên Hông angesiedelten IntegrationsFachDienst Migration (IFDM) damit beauftragt, das Projekt zur Förderung der Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen einzurichten. Ziel ist die Schaffung einer Datengrundlage, um mit gezielten Angeboten die Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen befördern zu können.

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 9.9.2003 ist der Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie an Pflegekräften in Mecklenburg-Vorpommern in der öffentlichen Diskussion. Auch wenn der von Verbänden angegebene Fehlbedarf von je 700 Fachkräften zu hoch erscheint, endet die von der Bundesregierung verschobene Anerkennung von Bereitschaftsdiensten zum 31.12.2005 und muss spätestens dann kompensiert sein. Gleichzeitig verschärft sich der Hausarztmangel altersbedingt in den kommenden Jahren: Prognostiziert soll der Rückgang der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern um die 30% betragen. Auch im Kontext einer notwendigen flächendeckenden medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Potenziale der im Land lebenden zugewanderten Fachkräfte genutzt werden. Dabei sind diejenigen Zugewanderten im Blick, die in ihrem Herkunftsland über entsprechende Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügen, in Mecklenburg-Vorpommern aber derzeit beschäftigungslos sind.

Nach Angaben der Ostseezeitung vom 29.10.2003 wurden allein zwischen Januar 2001 und Oktober 2003 fast 400 Berufserlaubnisse an Zugewanderte erteilt. Warum soll fachlich ausgebildetes und motiviertes medizinisches und pflegerisches Personal, das bereits in Mecklenburg-Vorpommern lebt, die eigenen Fähigkeiten nicht einsetzen können und statt dessen öffentliche Leistungen beziehen? An diesem Punkt setzt die Initiative des IntegrationsFachDienstes Migration (IFDM) ein. Vor diesem Hintergrund wird das mit einer Personalstelle ausgestattete Projekt mit verschiedenen Partnern versuchen, zugewandertes und qualifiziertes medizinisches Personal, das arbeitslos ist, in entsprechende Einrichtungen zu vermitteln. Die Laufzeit des Projekts beträgt acht Monate.

Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei landesweite Erhebung über die entsprechenden Berufsabschlüsse vorliegt, soll das temporär eingerichtete Projekt in der Agentur für Arbeit (Nord) und den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) von Arbeitsagenturen und Sozialämtern des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Daten von Zuwanderern erheben, die über medizinische und pflegerische Berufsabschlüsse verfügen, derzeit aber ohne Beschäftigung sind. Anschließend sollen diese Daten unter Zugrundelegung der Bedarfsermittlung an medizinischem und pflegerischem Personal aufbereitet für konkrete Maßnahmen vorgelegt werden.

Im Projekt soll geprüft werden, wie viele Zugewanderte mit medizinischen und pflegerischen Berufsabschlüssen es in Mecklenburg-Vorpommern gibt, die öffentliche Leistungen beziehen, welche Qualifikationen vorhanden sindundwelche Qualifikationen noch benötigt werden, um die Gleichwertigkeitsprüfung vor der Ärztekammer so schnell wie möglich erfolgreich ablegen zu können. Zugewanderte mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen bringen besonders gute Chancen und Potenziale für die Integration in das Berufsleben mit. Mit ihren Fähigkeiten könnte der Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie an Pflegekräften in den Krankenhäusern und Praxen des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgemildert werden. Zielgruppen sind in Mecklenburg-Vorpommern lebende Personen mit Migrationshintergrund und einem auf Dauer angelegten Aufenthalt (SpätaussiedlerInnen, AusländerInnen, Eingebürgerte) mit medizinischen und pflegerischen Berufsabschlüssen, die derzeit ohne Beschäftigung sind.

Förderung: Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Fotoausstellung “Alltag in Vietnam”

Laufzeit: vom 4. November bis 16. Dezember 2005
Ort: Waldemar Hof, Waldemarstr. 33, Rostock

Die Mecklenburg-Vorpommersche Landtagsabgeordnete Angelika Voland lädt in Kooperation mit Diên Hông zur offiziellen Eröffnung ihrer Fotoausstellung am 4. November 2005 um 15.00 Uhr in die Waldemarstraße 33 in Rostock. Unter dem Dach des Waldemar Hofes werden bis zum 16. Dezember 2005 Bilder zu sehen sein, die einen Eindruck vom Leben und Treiben in der vietnamesischen Millionen-Metropole Ho-Chi-Minh Stadt und deren Umland vermitteln. Die Ausstellung läuft im Rahmen der Interkulturellen Wochen in der Hansestadt Rostock.

Xenos-Projekt: Auf dem Weg zu interkulturellem Verständnis und gegenseitigem Respekt

Laufzeit: vom 1. Oktober 2002 bis 30. September 2005.
Projektleitung: Astrid Krebs
Team: Insa Evers, Francisco Mucauque, Carmen Hadel, Astrid Herrmann

Beschreibung und Ziele: Das XENOS-Projekt möchte durch Interkulturelle Trainings besonders MitarbeiterInnen von Verwaltungen und Verbänden sowie durch Projekttage BerufsschülerInnen und BerufsschullehrerInnen sensibilisieren und mit interkulturellen Kompetenzen ausstatten.

XENOS ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, das durch Mittel des Europäischen Sozialfonds unterstützt wird. Das Bundesprogramm XENOS- Leben und arbeiten in Vielfalt ist mit dem Ziel der Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in zivilgesellschaftlichen Strukturen und der Arbeitswelt angetreten. Derzeit entwickeln 150 ausgewählte Projekte bundesweit Strategien und Methoden zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Zahl wird auf 200 Projekte quer durch die Bundesrepublik steigen. In Rostock gibt es derzeit vier XENOS – Projekte.

Das XENOS – Projekt beim Verein heißt W.I.R – Auf dem Weg zu interkulturellem Verständnis und gegenseitigen Respekt und möchte mit seinen Angeboten eine kontinuierliche und nachhaltige Sensibilisierung zu diesem Thema bei öffentlichen Verwaltungen und Behörden, bei den Abschlussklassen der Schulen und Berufsschulklassen sowie deren LehrerInnen erreichen. Die Angebote sollen in ihrer Wirkung gegen fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen wenden und zu erfahrbaren Begegnungen zwischen der deutschen Mehrheitsbevölkerung und der zugewanderten Minderheit beitragen.

Das Angebot eines interkulturellen Trainings richtet sich an alle öffentlichen Dienste und Behörden mit dem Schwerpunkt der Vermittlung interkultureller Kompetenzen durch Bausteine, wie interkulturelle Kommunikation und Konfliktbewältigung. Zudem soll eine interkulturelle Öffnung der öffentlichen Dienste vorangetrieben werden.

Das Angebot von Projekttagen, Aktionswochen oder Infoveranstaltungen richtet sich an SchülerInnen in der Berufsorientierung und Berufsschulklassen. Mit den Schwerpunkt von Ländertagen, direkten interkulturellen und interreligiösen Begegnungen sollen Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden. Damit soll ein gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten von jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft gefördert werden.

Das Projekt bietet ebenso Fortbildungen bzw. Schulungen zu diversen Migrationsthemen für LehrerInnen der Abschlussklassen, sowie BerufsschullehrerInnen. Diese PädagogInnen sollen nach der Fortbildung in ihren Schulen als Multiplikatoren in der Thematisierung von Vorurteilen, Rassismus und Zivilcourage fungieren.

Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Europäischer Sozialfonds

AQuA

„Assessment, Arbeit und Qualifizierung für
sozialhilfebeziehende Frauen mit Migrationshintergrund (AQuA)“
Laufzeit: Von 10. Mai 2004 bis 31. Dezember 2004.
Team: Valentina Schwinke, Dr. Antje Krause, Olga Gavrik,
Sabine Wollenhaupt und Heidi Karsten

Beschreibung und Ziele: Das Projekt Assessment, Arbeit und Qualifizierung für sozialhilfebeziehende Frauen mit Migrationshintergrund (AQuA) wird vom IntegrationsFachDienst Migration des vietnamesisch-deutschen Vereins Diên Hông im Auftrag des Sozialamtes der Hansestadt Rostock durchgeführt. Für Frauen mit Migrationshintergrund soll AQuA die beruflichen Chancen verbessern und zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen. AQuA ist Teil des kommunalen Aktionsprogrammes zur beruflichen Eingliederung von SozialhilfeempfängerInnen.

AQuA möchte, dass zugewanderte Frauen die eigenen Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten erkennen und die realistischen Chancen auf dem regionalen und bundesweiten Arbeitsmarkt aufzeigen. In maximal vierwöchigen Workshops werden u.a. in Einzel- und Gruppengesprächen, Kleingruppenarbeit und Unterricht deutsche und muttersprachliche Sprachkenntnisse, berufliche Kenntnisse und anerkannte Berufsabschlüsse festgestellt. Ein gemeinsam erarbeiteter Berufswegeplan legt den weiteren Weg fest, der für die Teilnehmerin die größten Chancen zur Aufnahme einer Arbeit aufzeigt. BerufsbezogeneDeutsch-Sprachkurse, Bewerbungstrainings, betriebliche Praktika oder die direkte Vermittlung in den Arbeitsmarkt sind mögliche Etappen. Die Teilnehmerinnen werden während der Projektangebote sozialpädagogisch begleitet.

Förderung: Sozialamt Hansestadt Rostock das Arbeitsförderungs- u. Fortbildungswerk (AFW), die Europäische Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS), und das Frauen Technik Zentrum (FTZ).

„Wer, wenn nicht wir?“ – Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus

Laufzeit: vom 5. bis 15. Oktober 2004
Ort: Foyer WaldemarHof, Waldemarstr. 33, 18057 Rostock

Wer, wenn nicht wir? Schülerbilder gegen Gewalt und Rassismus ist eine bundesweite Wanderausstellung, die 1992 von der Ludwigshafener Grafikerin Silvia Izi ins Leben gerufen wurde. An dem Ausstellungsprojekt sind SchülerInnen aller Jahrgangsstufen und Schulformen aus rund 250 Schulen beteiligt. Die Ausstellung wird permanent durch neue Bilder erweitert, bereichert und aktualisiert. Denn sie wird nur dort gezeigt, wo sich eine Schule am Ausstellungsort beteiligt. In Rostock sind SchülerInnen der Ehm- Welk- Schule sowie des Goethegymnasiums vertreten.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden sie unter www.werwenn.de

Fotoausstellung des Fotografen Thomas Billhardt

Laufzeit: vom 16. bis 30. September 2004
Ort: Foyer des Rostocker Hauses der Justiz

Die Eröffnung der Ausstellung fand am 16. September 2004 um 14.00 Uhr im Foyer des Rostocker Hauses der Justiz in der August-Bebel-Straße 15 statt. Am gleichen Tag wurde um 20.00 Uhr der Film „Eislimonade für Hong Li“ im Lichtspieltheater Wundervoll (LIWU) in der Rostocker Stephanstraße gezeigt, dem sich eine Diskussion mit Regisseur Dietmar Ratsch und vietnamesischen Kriegsveteranen anschloss.

Der Fotograf Thomas Billhardt kehrt 30 Jahre nach Kriegsende zurück nach Vietnam. Er besucht die Orte und Menschen, deren Kriegserfahrungen er fotografiert und in Deutschland veröffentlicht hat. Mit Hilfe der Bevölkerung und einer Ausstellung im Zentrum Hanois versucht er sie wiederzufinden. Eine der Gesuchten ist Hong Li, die Billhardt 1969 in Hanoi kennen lernte. Die Suche nach ihr wird zum zentralen Thema der Dokumentation. In den Bildern und den Geschichten von Thomas Billhardt und seinen Freunden lässt sich der Weg Vietnams seit Kriegsende nachvollziehen. Der Film porträtiert das Leben zweier unterschiedlicher Generationen im heutigen Vietnam. Durch die Vietnam-Kriegsbilder des ehemaligen DDR-Fotografen, Thomas Billhardt, kommt es zu einer Begegnung zwischen Tradition und Zukunft.

Die Ausstellung war eine gemeinsame Veranstaltung von Diên Hông e.V. und dem Ausländerbeirat der Hansetsadt Rostock.

Marianne Boehme – Ölbilder

Laufzeit: vom 16. April bis 20. Juni 2004
Ort: Max-Samuel-Haus Rostock

Am Ende einer Reihe von Aufzeichnungen, mit denen Marianne Boehme ihre malerischen Unternehmungen begleitet hat, finden sich mit dem Datum vom 18. November 2001 folgende Zeilen:

„Ich möchte ein Meer von Tränen malen
Darunter der endlos heitere Himmel
der mich nie hören wird
der mir nie antworten wird
in seiner unendlichen Offenheit“

Das ist wohl gleichermaßen Bekenntnis einer betroffenen Seele zwischen ersehntem Glücksanspruch und erfahrener Trauer und ebenso eine künstlerischen Zielstellung ihrer malerischen Bemühungen. Im Januar 2004 erfüllten sich Leben und Werk Marianne Boehmes mit ihrem plötzlichen Tod. Ihr Wirken als freischaffende Künstlerin umfasste gut 25 Jahre. Marianne Boehme ist im herkömmlichen Sinne keine „gelernte Malerin“, ihre Entwicklung geschah autodidaktisch, neudeutsch könnte man es mit „learning by doing“ beschreiben. Schritt für Schritt hat sie sich den Umgang mit Pinsel, Farbe und Leinwand erobert, macht ihre Erfahrungen, lernt aus Fehlern und Irrwegen, schöpft ihre malerischen Möglichkeiten aus und entdeckt immer wieder neue Ausdrucks- und Gestaltungsweisen. Über Lehrer, Vorbilder, Künstlerfreunde wissen wir nichts. Es scheint alles aus ihr selbst zu kommen, ja herauszubrechen. Da war gleichermaßen Liebe und Zwang zur Malerei im Spiel. Immerhin bricht die erfolgreiche, promovierte Psychologin und Erziehungswissenschaftlerin ihre wissenschaftliche Karriere reichlich abrupt ab, um sich seit 1977 ganz der Kunst hingeben zu können. Da hatte sie einige Jahre eben jener wissenschaftlichen Forschungsarbeit wegen in Paris gelebt. Liegt da ein Schlüssel für dieses unbedingte Kunstwollen, inmitten dieser Stadt der Künste und der Maler? Paris ist zu dieser Zeit immer noch ein Mekka für Künstler, grade für Maler. Mit der Begeisterung und den Anregungen,die sie dort empfangen haben mag, ging Marianne Boehme 1979 über Hamburg nach Berlin, auch oder vor allem des Schriftstellers Edgar Hilsenraths wegen, mit dem sie sich später ehelich verband. Nun können wir die Frage nach dem Sinn, dem Besonderen und Einmaligen dieser Bilder stellen. Da ist zuerst die Feststellung der nahezu konsequenten Gegenstandslosigkeit, der gezielten Form- und Farbabstraktion in fast allen Schaffensphasen. Da ist die auffällige Farbdominanz in einigen Bildserien; Blau oder Rot z.B.. Da gibt es amorphe Formdynamik, expressive Farbkontraste, flirrende Raumstrukturen und dann wieder weiche Übergänge, beruhigte Bildrhythmik, konzentrierte Farbsensibilität. Es gibt offensichtlich keinen übergreifend-verbindlichen Form- und Farbkanon in diesem Oeuvre, keine stilistische Einheit im Gesamtwerk. Sie ist wohl auch gar nicht angestrebt. Farbe und Form scheinen sich aus der Intuition der augenblicklichen seelischen Verfassung, aus einer Emotion, einem intimen Erleben heraus zu entwickeln und sich im Malprozeß unter eben solchen Voraussetzungen zur endgültigen Gestaltung hin zu verändern. „Die Bilder sind in mir“, so kann man es in den werkbegleitenden Notizen der Malerin lesen: „Das Rot-Blau-Bild, das seit meiner Krankheit in mir ist“ heißt es da, oder: „Gestern Abend und heute Morgen tatsächlich ein neues Bild in mir: Rot gegen Blau, ich, Tochter meines Vaters, stemme mich gegen meine Mutter…“ So lassen sich diese Bilder also auch als Psychogramme ihrer Autorin lesen: in der Auswahl der Farben und ihrer Komposition zu einander offenbaren sich Seelenzustände aus tiefgreifenden Erlebnissen. Dem Betrachter werden sich solche Zusammenhänge freilich schwer oder kaum erschließen. Manchmal kann uns ein Titel Wegweisung geben: auf den Keilrahmen des „Elternpaares“ befindet sich die Notiz: „Harmonie wäre also doch möglich gewesen“. „d’Adieu“ und „Lorys Krankheit und Tod“ geben Hinweise auf Trennung und endgültigen Abschied. Ein „Orientalisches Gewölbe“, ein „Unerbittlich eingerammter Keil“ oder „Kontrastwelten“ wiederum beschreiben schlicht bildhafte Zustände. Manches Bild mag im Nachhinein seine Benennung erfahren haben.

Ernst Barlach riet einmal, man möge in seine Arbeiten nicht allzu viel hineinrätseln, denn es liege doch alles in der Gebärde. Vielleicht sollten auch wir uns in dieser Ausstellung vor dem Hineinrätsel hüten, und unserer eigenen inneren Stimme lauschen, wenn wir uns den geheimnisvollen Botschaften der Farben und Formen hingeben. Es ist ein Vorzug solcher Art Malerei, das ihr meditativer Charakter uns in ein sehr persönliches Verhältnis zum Bild versetzen kann und unsere eigenen Erfahrungen und Befindlichkeiten zur Kommunikation aufgerufen werden.

Die Kunstgeschichte hat für diese Art Malerei die Bezeichnungen einer „konstruktiven“, „magischen“, „farbgestischen“ und „lyrischen“ Abstraktion gefunden. Da ist vom „sich Verlieren im Malprozeß“ die Rede, von „Vergeistigung des Bildaktes zur magischen Symbolsprache der subjektiven Idee“ und von „Trance-Zuständen“. „Kosmische Symbolassoziationen“ werden zitiert und „musikalisch-dialogische Proportionalakkorde“ beschworen, „Elementarisierung der Ausdrucksgestik“ und „Kunst als Metamorphose und beständige Umwandlung“. Das besagt viel und erklärt wenig und trifft doch letztlich auf die Kunst der Marianne Boehme zu. Wie eine Insel der Harmonie und Glückseligkeit mutet eine Werkgruppe an, der wir in unserer Ausstellung ein geschlossenes Kabinett eingeräumt haben. In den Jahren 1989/1990 entstand eine Folge von Meeresbildern, die von einer nahezu impressiven Leichtigkeit getragen werden. Diese Bilder atmen eine körperliche und seelische Entspannung aus der Hingabe an Meer, Licht und Wind, an elementares Naturerleben. Die malerische Intensität erfährt eine neue Dimension, aus der Zukünftiges sich andeutet und doch ein Schlusspunkt im Schaffen der Malerin bleiben musste.

Klaus Tiedemann, Eröffnungsrede, Rostock, den 16. April 2004