Vom Verlust her denken: Was ist Menschenwürde?

Was bedeutet es, dass die Würde des Menschen „unantastbar“ ist – wenn das Grundgesetz selbst nicht erklärt, was Würde eigentlich ist? Hannah Arendt hat gezeigt, dass abstrakte Begriffe wie „Menschenrechte“ ins Leere laufen können: Wer keine politische Gemeinschaft hat, die ihn schützt, dem helfen schöne Worte nicht.

Die Veranstaltung nähert sich dieser Leerstelle vom Verlust her: was geschieht, wenn ein Mensch zum bloßen Objekt wird – wenn ihm jede Möglichkeit genommen wird, sich zu wehren, zu sprechen, zu handeln (Jean Améry und Primo Levi). Der Mensch besitzt einen absoluten inneren Wert, den ihm weder andere nehmen noch er selbst verwirken kann – unabhängig davon, was er leistet oder wer er ist (Immanuel Kant). Die Würde zeigt sich im Denken und im gemeinsamen Leben: in der Anerkennung, dass jeder Mensch das Recht hat, zu sprechen, zu handeln und etwas Neues zu beginnen – und dass es an uns liegt, diesen Raum zu schützen und offen zu halten.

Gemeinsam gehen wir folgenden Fragen nach:

  • Warum verstehen wir Würde oft erst dann, wenn sie fehlt – und was sagt das über unser Verhältnis zu ihr?
  • Was genau schützen wir, wenn wir Würde schützen – und warum?
  • Und schließlich: Was gewinnen wir als Gemeinschaft, wenn wir die Würde jedes Einzelnen wirklich ernst nehmen? Denn Vielfalt ist keine Bedrohung – sie ist die Grundbedingung jeder lebendigen Gemeinschaft.

Im Anschluss an den Vortrag von Jana Lepetiukhina (wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock) für laden wir herzlich zur offenen Diskussion ein – alle sind willkommen, unabhängig von Vorwissen oder Vorkenntnissen.

Was? Input und Diskussion

Wann? 11. Juni 2026

Wo? Waldemarhofcafé, Waldemarstraße 33, 18057 Rostock

Wie? Einfach vorbeikommen