SprInt-MV

Das Projekt SprInt-MV – Netzwerk für Sprach- und Integrationsmittlung in Mecklenburg-Vorpommern

– Laufzeit: 01.10.2012 bis 30.09.2015 (Das Projekt ist abgeschlossen.) –

„SprInt-MV“ ist ein Sensibilisierungs – und Vernetzungsprojekt für professionalisierte Sprach- und
Integrationsmittlung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Laufzeit des Projektes beträgt drei Jahre
(01.10.2012 – 30.09.2015), verantwortlich für seine Durchführung ist der Verein Diên Hông –
Gemeinsam unter einem Dach e.V.

 

Was bedeutet „SprInt“?

SprInt sind qualifizierte Sprach- und IntegrationsmittlerInnen, die das Fachpersonal im Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen bei der Kommunikation mit Zugewanderten unterstützen. Es handelt sich um Menschen mit Migrationshintergrund, die sowohl mit der Sprache als auch der Kultur des jeweiligen Landes vertraut sind. Gleichzeitig weisen sie die erforderliche Kompetenz und Feinfühligkeit im Umgang mit gesellschaftlichen Konventionen in Deutschland auf. Die Teilnahme der Sprach- und Integrationsmittler an Gesprächen fördert Vertrauen und erzeugt Sicherheit bei der Verständigung der Migrantinnen und Migranten mit deutschen Institutionen. Alle Gesprächsbeteiligten können ihre Anliegen präziser erläutern und Probleme effizienter lösen, so dass die Beteiligung der Sprach- und Integrationsmittler den zu erwartenden Erfolg einer Beratung, Betreuung oder Therapie mitbegründet.

 

Projektziele

Das Hauptanliegen des Projektes „SprInt-MV“ ist die Sensibilisierung und die Vernetzung regionaler Institutionen aus dem Bereich Migration und Integration in Mecklenburg-Vorpommern. Das langfristige Ziel des Vorhabens ist es, ein umfangreiches Netzwerk von professionellen Sprach- und Integrationsmittlern aufzubauen, wobei vorhandene Strukturen einbezogen werden sollen.

Das bereits seit Anfang 2012 sehr erfolgreich laufende Projekt „SprInt-Rostock“, welches ebenfalls von Diên Hông e.V. ins Leben gerufen wurde, dient als Referenzbeispiel für eine gelungene Entwicklung und Etablierung eines regionalen SprInt-Vermittlungsservices. Mehr über das Projekt „SprInt-Rostock“ unter http://www.dienhong.de/ziele-und-angebote/sprint-rostock/

Teilziele des Projektes „SprInt-MV“ sind v.a.:

  • Stärkung des Gemeinwesens durch eine effektive Sprach- und Integrationsmittlung unter aktiver Beteiligung Zugewanderter
  • Aufbau eines landesweiten Initiativkreises mit dem Ziel, neue SprInt-Niederlassungen zu gründen
  • Aufbau und Etablierung dauerhafter landesweiter SprInt-Kooperationsstrukturen, auch mit Anbietern ähnlicher Dienstleistungen
  • Erstellung umfassender Datenbanken von aktiven Personen, Institutionen und Netzwerken für Sprach- und Integrationsmittlung in Mecklenburg-Vorpommern
  • Entwicklung weiterer Einsatzbereiche für eine spätere Tätigkeit der SprInt (z. B. Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz, Interkulturelle Pädagogik und Soziale Arbeit mit Zugewanderten)
  • Unterstützung bei der Entwicklung und der Etablierung einer zertifizierten Ausbildung zum „Sprach- und Integrationsmittler“ in Mecklenburg-Vorpommern

Tiefer greifende Informationen und Fragen zu konkreten Ergebnissen des Projektes können unter folgenden Kontaktdaten angefordert werden:

E-Mail: info [at] dienhong [Punkt] de

Telefon: 0381/ 7698305

Sich öffnen – aufeinander zugehen

Integrationsprojekt “Sich öffnen – aufeinander zugehen. Lernen für mehr Akzeptanz und Partizipation von Zugewanderten”

 

– Laufzeit: 01.11.2009 bis 31.10.2012 (Das Projekt ist abgeschlossen.) –

 

Ziele

Dieses durch das Bundesministerium des Innern geförderte Projekt richtete sich sowohl an zugewanderte als auch an einheimische Rostocker und Rostockerinnen.
Mit dem Projekt wurde jungen und älteren Zugewanderten eine bessere Orientierung in der neuen Heimat, mehr Kontakte mit Einheimischen und eine aktivere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Dazu gehört, dass die Zugewanderten nun

  • sich im Alltag besser orientieren und Beratungs- oder Hilfsangebote nutzen können
  • in Fragen der Erziehung und Bildung aber auch des Älterwerdens in Deutschland besser Bescheid wissen
  • einen besseren Kontakt zu den Schulen und Kitas ihrer Kinder haben
  • mehr über Einrichtungen und Möglichkeiten der Gesundheitsfürsorge und Pflege wissen
  • kulturelle Unterschiede sehen, verstehen und akzeptieren
  • ihre Deutschkenntnisse aktiv nutzen und verbessern
  • andere Fähigkeiten, die sie mitgebracht haben, nutzen können

Auch einheimische Rostocker und Rostockerinnen, die in ihrer Arbeit mit Zugewanderten als KlientInnen, PatientInnen, Ratsuchenden etc. Kontakt haben, aber auch solche, die persönliches Interesse am Thema haben, konnten im Projekt ihre interkulturelle Kompetenz erhöhen. Das bedeutet, dass sie

  • kulturelle Unterschiede als solche erkennen, sie akzeptieren und mit ihnen umgehen können
  • grundlegendes Wissen über Migration sowie über Bedürfnisse und Potentiale von Zugewanderten besitzen.

Einen Überblick zum Projekt gibt auch der Projektflyer

Inhalte

Angebote für Zugewanderte

Um die Ziele zu erreichen, bot das Projekt die Teilnahme am 6-wöchigen Kurs „Deutschland praktisch“ an. Folgende Themen wurden immer mit Orientierung auf interkulturelle Verschiedenheit gesprächsorientiert behandelt:

  1. Migration und Fremdheit – Erfahrungen im Kontakt mit anderen Kulturen, Verschiedenheit von Normen und Werten
  2. Leben im Sozial- und Rechtsstaat – Sozialversicherungen und private Vorsorge, Rechte und Pflichten im Alltag
  3. Kindheit und Erziehung – Normen und Werte in der Erziehung, Erziehung in Familie, Kita und Schule
  4. Bildung und Berufswelt – Bildungswege und Abschlüsse, Orientierung in der Berufswelt
  5. Gesundheitsfürsorge und Älterwerden – gesunder Lebensstil und Krankheitsvorsorge, Hilfsangebote und Möglichkeiten der Pflege
  6. Gleiche Rechte – gleiche Chancen – Männer und Frauen und ihre Rollen, Menschen mit Behinderung

Im Laufe des Kurses wurden die Teilnehmenden außerdem motiviert, sich im Rahmen verschiedener Aktivitäten weiter zu engagieren: Sie konnten zum Beispiel Elterntreffen organisieren und durchführen, in denen sie den Austausch über die im Kurs behandelten und aufgeworfenen Fragen weiterführten und vertieften bzw. auf andere Fragen ausweiteten. Zum anderen gab es die Möglichkeit, sich an der Gestaltung interkultureller Sendungen beim freien Radio LOHRO zu beteiligen.

Näheres zu dem durchgeführten Kurs „Deutschland praktisch“ erfahren Sie in unseren verschiedensprachigen Flyern:

Deutsch, Russisch, Vietnamesisch, Arabisch, Türkisch, Französisch, Englisch, Spanisch

Angebote für Einheimische

Einheimische RostockerInnen bekamen die Möglichkeit, an einem interkulturellen Training teilzunehmen. Diese Trainings richteten sich an Berufstätige, die in ihrer Arbeit mit Zugewanderten als KlientInnen, PatientInnen, Ratsuchenden etc. Kontakt haben, aber auch an Menschen, die aus persönlichem Interesse teilnehmen wollten. Das Training trug zum Abbau von Konflikten im Kontakt mit Zugewanderten und zu einer besseren Kommunikation mit ihnen bei, indem die Teilnehmenden für kulturelle Unterschiede sensibilisiert wurden und ihnen Wissen über Migration sowie über Bedürfnisse und Potentiale von Zugewanderten vermittelt wurden.

Außerdem gab es die Möglichkeit, sich im Rahmen verschiedener Projektbausteine gemeinsam mit Zugewanderten zu engagieren, z. B. Treffen zum Austausch über bestimmte Themen oder Mitarbeit an Radiosendungen. Es gab also vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit und Entfaltung – auch ohne großen zeitlichen Aufwand – und auch die Migrantinnen und Migranten hatten hierbei großes Interesse am Kontakt zu einheimischen Rostockern und Rostockerinnen.

 

Tiefer greifende Informationen und Fragen zu konkreten Ergebnissen des Projektes können unter folgenden Kontaktdaten angefordert werden:

E-Mail: info [at] dienhong [Punkt] de

Telefon: 0381/ 7698305


Zugewanderte Mütter – aktiv und kompetent

Ein Projekt für zugewanderte Frauen und Mütter, für gesellschaftliches Engagement und für ein Netzwerk der gegenseitigen Hilfe. Projektzeitraum: 2. Halbjahr 2012

Projektbeschreibung: Das Projekt richtet sich vor allem an zugewanderte Mütter und Frauen, die sich in Rostock gesellschaftlich engagieren wollen. Die Frauen sollen zukünftig als Kulturmittlerinnen zwischen ihren Herkunftscommunities und Institutionen der Aufnahmegesellschaft (Ämter, Behörden, Schulen, Kitas usw.) fungieren.

Ziele

  1. Frauen als kompetente Ansprechpartnerinnen für Personen aus der jeweiligen Community und für Schulen, Kitas, Gesundheitseinrichtungen und andere Einrichtungen
  2. Nutzung der Kompetenzen von zugewanderten Müttern zur besseren Verständigung und für einen intensiven interkulturellen Austausch

Inhalte

Weiterbildungen zu folgenden Themen:

  • Das deutsche Kita- und Schulsystem
  • Werte der Erziehung in anderen Ländern
  • Struktur des Arbeitsmarktes
  • Beruf und Ausbildung
  • Soziale Sicherheit, Sozialversicherungen und- leistungen
  • Wichtige Institutionen und Ansprechpartner in Rostock

Vielfalt, Partizipation und aktive Integration im Gemeinwesen

„Vielfalt, Partizipation und aktive Integration im Gemeinwesen durch regionale Förderung von beruflicher Qualifizierung und bürgerschaftlichem Engagement von Zugewanderten in der Region Mittleres Mecklenburg“
Laufzeit: vom 1. Oktober 2007 bis 30. September 2008
Projektleitung: Jamal Lagnaoui
Team: Nguyen Manh Tan, Antje Tiesler, Sven Bogenschneider, Insa Evers, Jamal Lagnaoui, Antje Schneider

Beschreibung und Ziele: Handlungsraum des Projektes ist die Region Mittleres Mecklenburg. Sie setzt sich zusammen aus den Landkreisen Güstrow und Bad Doberan sowie der Hansestadt Rostock als regionalem Oberzentrum. In der Region leben ca. 400.000 Menschen, davon etwa 17.000 mit Migrationshintergrund, überwiegend Angehörige der 1. Zuwanderergeneration. Die größten Herkunftsgruppen bilden russischsprachige Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler und Vietnamesinnen und Vietnamesen. Zugewanderte sind überproportional von der hohen Arbeitslosigkeit in der Region betroffen. 

Die regionale Situation ist geprägt durch eine angespannte soziale Situation, mangelhafte sozio-ökonomische Integration von Migrantinnen und Migranten, geringe Erfahrungen mit Zuwanderung und Integration in der Aufnahmegesellschaft sowie eine – gleichermaßen bei Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft – fehlende historische Verwurzelung von bürgerschaftlichem Bewusstsein und zivilgesellschaftlicher Partizipation als Funktionsbedingung demokratischer Kultur. Andererseits entwickelten sich in den vergangenen 15 Jahren vorbildliche institutionelle und zivilgesellschaftliche Initiativen und Strukturen und regionale Netzwerke, auf deren Arbeit dieses Projekt aufbauen kann. Migrantinnen und Migranten sind jedoch oft passives Objekt von Integrationsmaßnahmen: praktisches Wissen, tradierte Erfahrungswerte und persönliche Netzwerke fehlen ebenso oft wie das Bewusstsein der Notwendigkeit aktiven Handelns des Einzelnen.

Im Projekt werden arbeitssuchende Migrantinnen und Migranten durch integrale Verbindung von fachsprachlicher und beruflicher Qualifizierung mit individueller praktischer bürgerschaftlicher Orientierung im jeweiligen Gemeinwesen als bewusst handelnde Bürgerinnen und Bürger aktiviert. Dadurch werden berufliche und demokratische Handlungskompetenzen gestärkt. Arbeitsmarktintegration und aktive, kompetente Teilnahme am zivilgesellschaftlichen Leben im Gemeinwesen ist gelebte Demokratie und Vielfalt.

Toleranz entsteht in der erlebten Praxis mit MigrantInnen. Beteiligte Institutionen und andere Partner stärken durch den Einsatz „Interkultureller MittlerInnen“ ihre interkulturelle Handlungsfähigkeit. Beispielhafte Unternehmerinnen und Unternehmer der ethnischen Ökonomie wirken als Akteure, Multiplikatoren und Brücke in den communities und der örtlichen Zivilgesellschaft.

Das gesamte Projekt wird kontinuierlich begleitet durch verschiedene Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Kritische Reflexion des Projektverlaufes und Beratung zur Zielschärfung, Zielerreichung, Wirksamkeit der entwickelten Handlungsmodelle, Dokumentation und Sicherung der Ergebnisse ist Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung. Vorgesehen ist eine prozessbegleitende partizipative Evaluation. Sie generiert Vorschläge einer nachhaltigen Ergebnissicherung der Aktivitäten der operativen Phase und zum Transfer von Handlungsmodellen.

Auf einer regionalen Fachtagung bei Projektende werden die Ergebnisse Akteuren und Multiplikatoren aus Gemeinwesen (Vereine, Gremien, Ehrenamt), Verwaltung, Wirtschaft, Bildungsanbietern und Politik vorgestellt, diskutiert und der regionale Erfahrungstransfer angeregt.

Ziele des Projektes

  1. Stärkung der beruflichen, demokratischen und zivilgesellschaftlichen Handlungskompetenz von Migrantinnen und Migranten durch kombinierte Förderung von aktiver Integration in Arbeitsmarkt und zivilgesellschaftliche Strukturen des Gemeinwesens.
  2. Stärkung der aktiven Integration von Migrantinnen und Migranten als handelnde Bürgerinnen und Bürger im Gemeinwesen und der vorbildhaften positiven Wahrnehmung in der Mehrheitsgesellschaft.
  3. Stärkung der interkulturellen Handlungskompetenzen von institutionellen und bürgerschaftlichen Akteuren in den genannten Handlungsfeldern (Arbeitsmarktinstitutionen, Institutionen und Akteure der Wirtschaft, freie Träger und Ehrenamtliche

Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtenwicklung, Europäische Union: Europäischer Sozialfonds.

Pro Qualifizierung

“Pro Qualifizierung” – Beratungsnetzwerk Region Mittleres Mecklenburg
Laufzeit: vom 01.07.2005 bis 31.12.2007
Projektleitung: Hartmut Gutsche
Team: Nguyen manh Tan und Nadine Voß

Beschreibung und Ziele: Die potenziellen spezifischen Kompetenzen der MigrantInnen wie Mehrsprachigkeit und die Kenntnis mehrerer Kulturen werden von Wirtschaft und Verwaltungen bisher kaum gezielt genutzt. Um die Beschäftigungsfähigkeit in Deutschland lebender Zuwanderer zu erhöhen und deren Integration in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesagentur für Arbeit ein bundesweites Informations- und Beratungsnetzwerk Integration durch Qualifizierung www.intqua.de initiiert. In diesem arbeiten sechs regionale Projekte, die im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative EQUAL II in ihrer Tätigkeit finanziell unterstützt werden, mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen. Ziel ist es, nachhaltige Strukturen zu entwickeln um die Beschäftigungschancen von Zuwanderern in Deutschland zu erhöhen.

MigrantInnen sind im regionalen Wirtschaftsleben deutlich unterrepräsentiert, die Arbeitslosigkeit unter Ausländern in M-V lag im März 2005 bei über 60%. Die Gründung eines eigenen Kleinunternehmens ist für viele der einzige Weg zur Sicherung der Existenz. Ihnen fehlt es dabei oft an notwendigen betriebswirtschaftlichen u.a. Spezialkenntnissen, die für eine stabile Unternehmensführung unabdingbar sind.

Das Rostocker Teilprojekt der Entwicklungspartnerschaft Pro Qualifizierung wird ein Unternehmensnetzwerk entwickeln und initiieren, in dem von MigrantInnen geführte Unternehmen der Region besser untereinander, mit Kammern, Wirtschafts- und Branchenverbänden kooperieren. Ziel ist es, durch qualifizierungsfördernde Beratung die aktive Bereitschaft zur eigenen Qualifizierung zu erhöhen und zielgruppenspezifische Qualifizierungen zur Stärkung unternehmerischer Kompetenzen nachfrageorientiert gemeinsam mit den regionalen Partnern beispielhaft zu entwickeln und anzubieten. Damit werden wichtige Grundlagen geschaffen für Stabilisierung und Wachstum der Klein- und Kleinstbetriebe in der Hand von MigrantInnen.

Darüber hinaus wird in Kooperation mit den o.g. Partnerinstitutionen angestrebt, bei Verantwortlichen in einheimischen Unternehmen für die spezifischen Stärken von MigrantInnen als potenzielle Fachkräfte zu werben. Die Realisierung erfolgt vorrangig über die Vermittlung auf Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu übergreifenden Themen (z.B. zu Diversity Management).

In der Vorphase (Juli-Oktober 2005) wird zunächst eine umfassende Daten- und Bedarfserhebung in von Zuwanderern geführten Unternehmen der Region Mittleres Mecklenburg realisiert. Ziel ist die Ermittlung und systematische Erfassung vorhandener Qualifikationen und Qualifikationsbedarfe. Gleichzeitig werden über die bestehenden Netzwerkkontakte in die o.g. Institutionen die künftigen Kooperationsformen konkretisiert. In der Hauptphase ab Dezember 2005 werden auf Basis der erhobenen Daten zielgruppenspezifische Informations- und Beratungsangebote entwickelt und durchgeführt.

Förderung: Bundesmininisterium für Arbeit und Soziales, Europäsche Union, Europäscher Socialonds, Equal

Kumulus Plus

Teilprojekt: „Berufliche Beratung für Zugewanderte“
in der Entwicklungspartnerschaft „Kumulus Plus“
Laufzeit: vom 01.07.2005 bis 31.12.2007
Projektleitung: Heidi Karsten
Team: Heidi Karsten, Nadine Voß

Beschreibung und Ziele: Personen mit Migrationshintergrund sind in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unterrepräsentiert, da ihnen oftmals die formalen beruflichen Qualifikationen oder audreichende Sprachenntnisse fehlen. Gleichzeitig besitzen sie jedoch Potenziale wie Mehrsprachigkeit oder interkulturelle Kompetenz, die sich die Unternehmen bisher wenig zu Nutze gemacht haben.

Das im Bezirk der Agentur für Arbeit Rostock arbeitende Teilprojekt der Entwicklungspartnerschaft Kumulus Plus Berlin/Mecklenburg-Vorpommern bietet Ratsuchenden eine qualifizierte berufliche Beratung an.

In enger Kooperation mit dem IntegrationsFachdienst Migration wird eine Optimierung der interkulturellen beruflichen Beratung von Zugewanderten durch eine qualifizierte Berufswegeplanung sowie die Vermittlung in Qualifizierungsmaßnahmen, Praktika und Arbeit angestrebt. Das Angebot richtet sich an Arbeitssuchende mit Migrationshintergrund, die Hilfe bei der beruflichen Orientierung, bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen sowie der Arbeitsplatzsuche benötigen. Die Beratungsstelle ist dem IntegrationsFachDienst Migration angegliedert.

Förderung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Europäisches Union, Europäisches Sozialfonds, Equal

BQN (Berufliches Qualifizierungs-Netzwerk) Rostock

Laufzeit: vom 01. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2006
Projektleitung: Uta Wehebrink
Team: Hartmut Gutsche, Jamal Lagnaoui

Beschreibung und Ziele: Im November 2002 bewilligte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF) eine sechsmonatige Vorphase zur Planung eines regionalen Kooperationsnetzwerkes für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (BQN). Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Das BQF-Programm will mit der Förderung von Projekten in insgesamt vier Innovationsbereichen dazu beitragen, die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen benachteiligter Jugendlicher zu verbessern. Dabei geht es nicht darum, neue Fördeinstrumente zu schaffen, sondern die vorhandenen Maßnahmen optimal aufeinander abzustimmen und für alle Jugendlichen, die zur Zielgruppe gehören, erreichbar zu machen. Förderschwerpunkt des Innovationsbereichs IV ist die Entwicklung und Weiterentwicklung von Modellen lokaler und regionaler Kooperationsnetzwerke für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (BQN) mit folgenden Leitzielen:

  • Förderung des Zugangs von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund zur Berufsausbildung,
  • Stärkung der Bedeutung der Berufsausbildung von Migrantinnen und Migranten in der öffentlichen Wahrnehmung,
  • konzeptionelle Weiterentwicklung der regionalen Zusammenarbeit der für die Berufsausbildung dieser Zielgruppe relevanten Akteure.

In der Vorphase, die am 1. November 2002 in Rostock begonnen hat, soll zunächst eine Bestandsaufnahme zur Ausbildungsbeteiligung der Zielgruppe im Arbeitsamtsbezirk Rostock erarbeitet und der konkrete Bedarf vor Ort festgestellt werden.

Um ein möglichst differenziertes Bild von der Situation vor Ort zu bekommen, beschränkt sich die Bestandsaufnahme nicht auf die Auswertung von statistischem Material. Durch Befragungen der Zielgruppe und AkteurInnen des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts sollen Einschätzungen und Meinungen zur Thematik gesammelt und unterschiedliche Perspektiven eingebracht werden. Sobald erste verwertbare Ergebnisse vorliegen, ist geplant, mögliche KooperationspartnerInnen zusammen zu bringen und gemeinsam zu überlegen, auf welche Weise die Ausbildungsbeteiligung der als problematisch identifizierten Gruppen jugendlicher MigrantInnen durch eine verbindliche Netzwerkarbeit verbessert werden kann.

Vom 01. Januar 2004 bis zum 30. Juni 2006 (Hauptphase dees Projektes) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf (BQF) bundesweit den Aufbau von zehn lokalen und regionalen beruflichen Qualifizierungsnetzwerken für Migrantinnen und Migranten (BQN), eins davon im Arbeitsamtsbezirk Rostock.

Ziel ist es

  • durch die Bündelung von Erfahrungen und Ressourcen der für die Berufsausbildung der Zielgruppe wichtigen Akteurinnen und Akteure,
  • die konzeptionelle Weiterentwicklung der regionalen Zusammenarbeit,
  • sowie die Sensibilisierung der Wirtschaft und der Öffentlichkeit vor Ort für die Berufsausbildung von Migrantinnen und Migranten

die strukturellen Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung zu verbessern. Ausgangspunkt aller aus diesem Programm geförderten Projekte ist an den Kompetenzen und nicht an den Defiziten der Jugendlichen anzusetzen. Viele junge Migrantinnen und Migranten verfügen über Potenziale, wie Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz, die für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland, besonders auch Mecklenburg-Vorpommern, im Rahmen der EU-Erweiterung bis hin zur Globalisierung notwendig sind. Diese Potenziale gilt es zu erkennen, zu fördern und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.

Kernfelder von BQN-Rostock:

  • Berufliche Beratung und Orientierung
  • Berufsvorbereitung
  • Akquisition von (betrieblichen) Ausbildungsplätzen
  • Interkulturelle Kompetenz von LehrerInnen, BeraterInnen und AusbilderInnen
  • Netzwerkarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit

Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen

Laufzeit: vom 01.05. bis 31.12.2005
Projektleitung: Insa Evers, Jenny Bonin
Team: Insa Evers, Jenny Bonin

Beschreibung und Ziele: Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat den beim Verein Diên Hông angesiedelten IntegrationsFachDienst Migration (IFDM) damit beauftragt, das Projekt zur Förderung der Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen einzurichten. Ziel ist die Schaffung einer Datengrundlage, um mit gezielten Angeboten die Integration von Zugewanderten mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen befördern zu können.

Seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 9.9.2003 ist der Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie an Pflegekräften in Mecklenburg-Vorpommern in der öffentlichen Diskussion. Auch wenn der von Verbänden angegebene Fehlbedarf von je 700 Fachkräften zu hoch erscheint, endet die von der Bundesregierung verschobene Anerkennung von Bereitschaftsdiensten zum 31.12.2005 und muss spätestens dann kompensiert sein. Gleichzeitig verschärft sich der Hausarztmangel altersbedingt in den kommenden Jahren: Prognostiziert soll der Rückgang der Hausärzte in Mecklenburg-Vorpommern um die 30% betragen. Auch im Kontext einer notwendigen flächendeckenden medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Potenziale der im Land lebenden zugewanderten Fachkräfte genutzt werden. Dabei sind diejenigen Zugewanderten im Blick, die in ihrem Herkunftsland über entsprechende Ausbildungen und Berufserfahrungen verfügen, in Mecklenburg-Vorpommern aber derzeit beschäftigungslos sind.

Nach Angaben der Ostseezeitung vom 29.10.2003 wurden allein zwischen Januar 2001 und Oktober 2003 fast 400 Berufserlaubnisse an Zugewanderte erteilt. Warum soll fachlich ausgebildetes und motiviertes medizinisches und pflegerisches Personal, das bereits in Mecklenburg-Vorpommern lebt, die eigenen Fähigkeiten nicht einsetzen können und statt dessen öffentliche Leistungen beziehen? An diesem Punkt setzt die Initiative des IntegrationsFachDienstes Migration (IFDM) ein. Vor diesem Hintergrund wird das mit einer Personalstelle ausgestattete Projekt mit verschiedenen Partnern versuchen, zugewandertes und qualifiziertes medizinisches Personal, das arbeitslos ist, in entsprechende Einrichtungen zu vermitteln. Die Laufzeit des Projekts beträgt acht Monate.

Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei landesweite Erhebung über die entsprechenden Berufsabschlüsse vorliegt, soll das temporär eingerichtete Projekt in der Agentur für Arbeit (Nord) und den Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) von Arbeitsagenturen und Sozialämtern des Landes Mecklenburg-Vorpommern die Daten von Zuwanderern erheben, die über medizinische und pflegerische Berufsabschlüsse verfügen, derzeit aber ohne Beschäftigung sind. Anschließend sollen diese Daten unter Zugrundelegung der Bedarfsermittlung an medizinischem und pflegerischem Personal aufbereitet für konkrete Maßnahmen vorgelegt werden.

Im Projekt soll geprüft werden, wie viele Zugewanderte mit medizinischen und pflegerischen Berufsabschlüssen es in Mecklenburg-Vorpommern gibt, die öffentliche Leistungen beziehen, welche Qualifikationen vorhanden sindundwelche Qualifikationen noch benötigt werden, um die Gleichwertigkeitsprüfung vor der Ärztekammer so schnell wie möglich erfolgreich ablegen zu können. Zugewanderte mit medizinischen und pflegerischen Qualifikationen bringen besonders gute Chancen und Potenziale für die Integration in das Berufsleben mit. Mit ihren Fähigkeiten könnte der Mangel an Ärztinnen und Ärzten sowie an Pflegekräften in den Krankenhäusern und Praxen des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgemildert werden. Zielgruppen sind in Mecklenburg-Vorpommern lebende Personen mit Migrationshintergrund und einem auf Dauer angelegten Aufenthalt (SpätaussiedlerInnen, AusländerInnen, Eingebürgerte) mit medizinischen und pflegerischen Berufsabschlüssen, die derzeit ohne Beschäftigung sind.

Förderung: Das Sozialministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Xenos-Projekt: Auf dem Weg zu interkulturellem Verständnis und gegenseitigem Respekt

Laufzeit: vom 1. Oktober 2002 bis 30. September 2005.
Projektleitung: Astrid Krebs
Team: Insa Evers, Francisco Mucauque, Carmen Hadel, Astrid Herrmann

Beschreibung und Ziele: Das XENOS-Projekt möchte durch Interkulturelle Trainings besonders MitarbeiterInnen von Verwaltungen und Verbänden sowie durch Projekttage BerufsschülerInnen und BerufsschullehrerInnen sensibilisieren und mit interkulturellen Kompetenzen ausstatten.

XENOS ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, das durch Mittel des Europäischen Sozialfonds unterstützt wird. Das Bundesprogramm XENOS- Leben und arbeiten in Vielfalt ist mit dem Ziel der Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in zivilgesellschaftlichen Strukturen und der Arbeitswelt angetreten. Derzeit entwickeln 150 ausgewählte Projekte bundesweit Strategien und Methoden zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die Zahl wird auf 200 Projekte quer durch die Bundesrepublik steigen. In Rostock gibt es derzeit vier XENOS – Projekte.

Das XENOS – Projekt beim Verein heißt W.I.R – Auf dem Weg zu interkulturellem Verständnis und gegenseitigen Respekt und möchte mit seinen Angeboten eine kontinuierliche und nachhaltige Sensibilisierung zu diesem Thema bei öffentlichen Verwaltungen und Behörden, bei den Abschlussklassen der Schulen und Berufsschulklassen sowie deren LehrerInnen erreichen. Die Angebote sollen in ihrer Wirkung gegen fremdenfeindliche und rassistische Einstellungen wenden und zu erfahrbaren Begegnungen zwischen der deutschen Mehrheitsbevölkerung und der zugewanderten Minderheit beitragen.

Das Angebot eines interkulturellen Trainings richtet sich an alle öffentlichen Dienste und Behörden mit dem Schwerpunkt der Vermittlung interkultureller Kompetenzen durch Bausteine, wie interkulturelle Kommunikation und Konfliktbewältigung. Zudem soll eine interkulturelle Öffnung der öffentlichen Dienste vorangetrieben werden.

Das Angebot von Projekttagen, Aktionswochen oder Infoveranstaltungen richtet sich an SchülerInnen in der Berufsorientierung und Berufsschulklassen. Mit den Schwerpunkt von Ländertagen, direkten interkulturellen und interreligiösen Begegnungen sollen Berührungsängste und Vorurteile abgebaut werden. Damit soll ein gemeinsames Leben, Lernen und Arbeiten von jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft gefördert werden.

Das Projekt bietet ebenso Fortbildungen bzw. Schulungen zu diversen Migrationsthemen für LehrerInnen der Abschlussklassen, sowie BerufsschullehrerInnen. Diese PädagogInnen sollen nach der Fortbildung in ihren Schulen als Multiplikatoren in der Thematisierung von Vorurteilen, Rassismus und Zivilcourage fungieren.

Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Europäischer Sozialfonds

AQuA

„Assessment, Arbeit und Qualifizierung für
sozialhilfebeziehende Frauen mit Migrationshintergrund (AQuA)“
Laufzeit: Von 10. Mai 2004 bis 31. Dezember 2004.
Team: Valentina Schwinke, Dr. Antje Krause, Olga Gavrik,
Sabine Wollenhaupt und Heidi Karsten

Beschreibung und Ziele: Das Projekt Assessment, Arbeit und Qualifizierung für sozialhilfebeziehende Frauen mit Migrationshintergrund (AQuA) wird vom IntegrationsFachDienst Migration des vietnamesisch-deutschen Vereins Diên Hông im Auftrag des Sozialamtes der Hansestadt Rostock durchgeführt. Für Frauen mit Migrationshintergrund soll AQuA die beruflichen Chancen verbessern und zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen. AQuA ist Teil des kommunalen Aktionsprogrammes zur beruflichen Eingliederung von SozialhilfeempfängerInnen.

AQuA möchte, dass zugewanderte Frauen die eigenen Kompetenzen und Entwicklungsmöglichkeiten erkennen und die realistischen Chancen auf dem regionalen und bundesweiten Arbeitsmarkt aufzeigen. In maximal vierwöchigen Workshops werden u.a. in Einzel- und Gruppengesprächen, Kleingruppenarbeit und Unterricht deutsche und muttersprachliche Sprachkenntnisse, berufliche Kenntnisse und anerkannte Berufsabschlüsse festgestellt. Ein gemeinsam erarbeiteter Berufswegeplan legt den weiteren Weg fest, der für die Teilnehmerin die größten Chancen zur Aufnahme einer Arbeit aufzeigt. BerufsbezogeneDeutsch-Sprachkurse, Bewerbungstrainings, betriebliche Praktika oder die direkte Vermittlung in den Arbeitsmarkt sind mögliche Etappen. Die Teilnehmerinnen werden während der Projektangebote sozialpädagogisch begleitet.

Förderung: Sozialamt Hansestadt Rostock das Arbeitsförderungs- u. Fortbildungswerk (AFW), die Europäische Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS), und das Frauen Technik Zentrum (FTZ).