Rückblick

Geschichte und Entwicklung des Vereins


Ein Regierungsabkommen zwischen der DDR und der SR Vietnam vom 11. April 1980 war Grundlage für den Aufenthalt von rund 2.000 vietnamesischen VertragsarbeiterInnen zum Ende der achtziger Jahre in Rostock und für ihre Beschäftigung in Großbetrieben. Sie waren überwiegend als HilfsarbeiterInnen tätig, in Rostock vor allem im Hafenbereich, aber auch bei der Reichsbahn, auf den Werften sowie beim VEB Jugendmode „Shanty“, und lebten isoliert von der deutschen Bevölkerung in Wohnheimen. Ca. drei Viertel dieser VietnamesInnen sowie die meisten VertragsarbeiterInnen aus anderen Staaten verließen das Land bereits kurz nach der Wende. Von denen, die blieben, verloren viele infolge der Massenentlassungen aus den Großbetrieben ihre Arbeit. Im ehemaligen Wohnheim der im Seehafen arbeitenden VietnamesInnen in Lichtenhagen, dem „Sonnenblumenhaus“, wird daher eine Beratungsstelle eingerichtet.

Vom 22. bis 24. August 1992 versammeln sich vor der Zentralen Aufnahmestelle für AsylbewerberInnen (ZAST), in unmittelbarer Nachbarschaft des Wohnheims, AnwohnerInnen, darunter zahlreiche Jugendliche, um gegen die Flüchtlinge zu demonstrieren. Der Protest mündet in Gewalt: Die dreitägigen Angriffe auf die Häuser und ihre BewohnerInnen, in deren Verlauf Rechtsextreme aus der ganzen Bundesrepublik anreisen, werden vom Applaus vieler AnwohnerInnen begleitet. Die Sicherheitskräfte vor Ort sind nicht in der Lage, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Am dritten Tag – die AsylbewerberInnen sind inzwischen evakuiert worden – eskaliert die Situation: Das „Sonnenblumenhaus“ wird in Brand gesteckt, die VietnamesInnen und eine Gruppe von Deutschen, darunter der Ausländerbeauftragte der Hansestadt Rostock, können sich gerade noch rechtzeitig über das Dach in Sicherheit bringen.



Von den rassistischen Ausschreitungen betroffene VietnamesInnen gründen im Oktober 1992 den Verein Diên Hông- Gemeinsam unter einem Dach e.V., um ihre Zukunft selbst aktiver zu beeinflussen und vor allem den Kontakt zu den EinwohnerInnen Rostocks zu suchen. Der Liedermacher Konstantin Wecker wird am 09. September 1993 Ehrenmitglied des Vereins. Die vietnamesisch-deutsche Begegnungsstätte des Vereins wird 1994 eröffnet. Die MitarbeiterInnen leisten Kultur- und Bildungsarbeit und bieten allgemeine Sozialberatung für ihre Landsleute an. Am 13. Mai 1994 wird der Verein für sein Engagement zusammen mit zwei anderen Initiativen bei einer Feierstunde im Deutschen Bundestag mit der Medaille vom „Internationalen Rat der Christen und Juden“ geehrt. Die Auszeichnung nimmt die Bundestagspräsidentin, Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, vor.


Von Juni 1994 bis Dezember 1997 führt der Verein im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung (BMA) erfolgreich ein Modellprojekt „zur beruflichen und sozialen Integration von ehemaligen DDR-VertragsarbeitnehmerInnen und zur Verbesserung des Zusammenlebens von Deutschen und Ausländern sowie zur Bekämpfung von Ausländerfeindlichkeit“ durch.


Die Mitgliederversammlung von Diên Hông e.V. beschließt im Juli 1997 die Öffnung des Vereins in Bezug auf die Projektarbeit für Zugewanderte aller Nationalitäten und Herkunftsländer. Das von der Europäischen Union und dem Land Mecklenburg-Vorpommern geförderte Projekt „Arbeitsweltbezogene Beratung und Betreuung für MigrantInnen im Arbeitsamtsbezirk Rostock“ beginnt Anfang 1998. Die im Modellprojekt gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse kommen jetzt allen Zugewanderten zugute. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern bewilligt im gleichen Jahr ein Projekt „zur Förderung der beruflichen und sozialen Integration von MigrantInnen im Raum Rostock durch berufsorientierte Beratung, arbeitsweltbezogene Betreuung und Bildung“. In diesem Projekt, befristet bis Ende 1999, stehen die besonderen Probleme und Bedürfnisse von eingewanderten Frauen im Mittelpunkt.


Ebenfalls 1998 finanziert das Jugendamt der Hansestadt Rostock erstmals eine halbe Stelle für einen Jugendsozialarbeiter im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins. Damit sollen die bereits bestehenden offenen Angebote für Kinder und Jugendliche verbessert und neue kontinuierliche Aktivitäten ermöglicht werden. Ab Mai 2000 kann der Treff durch die Tätigkeit einer Betreuerin, die auf ABM-Basis tätig ist, auch am Wochenende geöffnet werden. Im Januar 1999 wird durch Rostocks Sozial- und Jugendsenator Dr. Danke im Beisein von 50 Kindern und Erwachsenen die Kleinstreparaturwerkstatt eröffnet. Unter fachlicher Anleitung können wochentags handwerkliche Fähigkeiten beim Schweißen, Bohren, Löten und Nähen erprobt und erlernt werden.


Im September 1999 bezieht Diên Hông e.V. ein neues Domizil: Gemeinsam mit anderen Vereinen hat der Verein seine Räume und Büros nun im WaldemarHof in der Stadtmitte. Ein breites Spektrum findet sich im Interkulturellen Zentrum: der Ausländerbeirat der Hansestadt Rostock (seit 2010 Migrantenrat), die Afrikanische Bürgerinitiative (seit 2010 Daraja e.V. – Deutsch-Afrikanischer Freundeskreis), Talide e.V. und die Freunde der russischen Sprache. Alle Angebote des Vereins werden hier kontinuierlich weitergeführt und ausgebaut.


Im April 2000 bewilligt das Versorgungsamt Rostock ein neues Projekt aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Beratung und Bildung für MigrantInnen im Arbeitsamtsbezirk Rostock. MIGRA.“ Mit einem Bündel von Sprachkursen, Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen sowie Beratungen werden die in der Rostocker Region lebenden MigrantInnen über gut zwei Jahre bei der Qualifizierung für den Arbeitsmarkt unterstützt werden.


Im September 2000 zeichnet Bundespräsident Johannes Rau Michael Hugo, der als Projektkoordinator und ehrenamtlicher Geschäftsführer von Dien Hong tätig ist, „in Anerkennung der besonderen Verdienste… im sozialen Bereich“ mit der Bundesverdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus. Ein Jahr später wird dem Geschäftsführer für „… sein haupt- und ehrenamtliches Engagement für die Interessen von ausländischen MitbürgerInnen…“ in Berlin der Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 2001 verliehen.


Auf Initiative sowie unter fachlicher Vorbereitung und Begleitung durch den Verein starten im Jahr 2000 in Rostock und Güstrow Sprachkurse für ältere und berufsunfähige MigrantInnen. Damit werden auch Zugewanderten, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, Integrationshilfen angeboten. Ab 2001 wird auch in den Landkreisen Bad Doberan und Nordvorpommern dieser zehnwöchige Unterricht angeboten und von lokal ansässigen Bildungsträgern mit Unterstützung des Landesversorgungsamtes Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt.

In Kooperation mit dem Fachbereich Agrarökologie der Universität Rostock startet ebenfalls im Jahr 2000 im Rahmen einer ABM eine Untersuchung zur Aufzucht und zur Marktanalyse von asiatischen Kräutern und Gemüse. Mit den nach einem Jahr vorliegenden Ergebnissen soll entschieden werden, ob für die in der Rostocker Region tätigen Betreiber asiatischer Restaurants und Bistros eine Aufzucht der benötigten Lebensmittel qualitativ, quantitativ und ökonomisch sinnvoll und möglich ist.



Im März 2001 erhält der Verein vom Ministerium für Arbeit und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern den Anerkennungsbescheid als „Staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung“. Auf der Grundlage des Weiterbildungsgesetzes Mecklenburg-Vorpommerns ist Diên Hông ab sofort berechtigt, diesen Zusatz auch im Vereinsnamen zu führen. Als Bildungsträger bearbeitet Diên Hông ab Beginn des Jahres 2002 verstärkt auch Themenfelder der politischen und allgemeinen Bildung, u.a. im Rahmen von Sprachkursen für ältere und berufsunfähige MigrantInnen, von Vorbereitungskursen auf die Deutsch-Sprachprüfungen für ausländische Studierende oder von Veranstaltungen zu interkulturellen Themen, u.a. für Verwaltungsangestellte.


Die in Neubrandenburg ansässige Dreikönigs-Stiftung zeichnet den Vereinsvorsitzenden Nguyen Do Thinh am 22. Februar 2002 für „seine Bemühungen um die Zusammenführung verschiedener Kulturen und Religionen“ mit dem Siemerling-Sozialpreis aus. Der Preis ist der einzig vergebene Sozialpreis in Mecklenburg-Vorpommern. Die Laudatio hält die Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen, Marieluise Beck (MdB). In seinem Amtssitz Schloss Bellevue zeichnet Johannes Rau Diên Hông im selben Jahr mit dem Integrationspreis des Bundespräsidenten aus. Mehr aus 1.300 Vereine und Initiativen aus ganz Deutschland, die sich auf verschiedene Weise für die Integration von Zugewanderten und der gesamten Gesellschaft engagieren, hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Eine hochkarätige Jury wählte zehn beispielhafte Initiativen aus, zu denen auch Diên Hông zählt. Für seine Projekte zum Sprachenlernen im Alter erhält Diên Hông den 1. Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird mit dem Europäischen Sprachensiegel 2002 ausgezeichnet.


Das Rostocker Arbeitsamt beauftragt Diên Hông im Jahr 2001, für arbeitssuchende MigrantInnen als Vermittler (nach § 37a SGB III) tätig zu werden. Neben diversen Serviceleistungen hat die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt höchste Priorität. Der Vertrag ist zunächst auf neun Monate befristet.

Zwei neue Projekte starten am 1. Oktober 2002: Zum Abbau von Fremdenfeindlichkeit besonders in der Arbeitswelt fördert das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds im Rahmen des XENOS-Programmes das Projekt „Auf dem Weg zu interkulturellem Verständnis und gegenseitigem Respekt – interkulturelle Trainingsangebote und Begegnung in Rostock“. Dieses Vorhaben richtet sich insbesondere an MitarbeiterInnen der öffentlichen Verwaltungen, der Polizei, des Bundesgrenzschutzes, der Justiz sowie an LehrerInnen und BerufsschülerInnen. Der Verein erhält außerdem vom Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern den Zuwendungsbescheid zum Aufbau eines IntegrationsFachDienstes Migration. Zu den Aufgaben gehören u.a. die individuelle berufliche Beratung von Zugewanderten sowie die Prüfung und Analyse von vorhandenen Angeboten mit dem Ziel, integrationshemmende Faktoren und Strukturen aufzuzeigen und Vorschläge zu deren Abbau zu entwickeln. Der IFDM ist bis Ende 2007 bei Diên Hông angesiedelt und baut seine Angebote über die Jahre aus.



Vom 21. bis 25. Oktober 2002 finden eine Reihe von Veranstaltungen zum zehnjährigen Bestehen des Vereins statt. Unter anderem wird eine Ausstellung mit Exponaten eines bi-kontinentalen Malprojektes mit Exponaten von SchülerInnen aus Rostock und Hanoi eröffnet, Rostocks Oberbürgermeister empfängt am 24. Oktober 2002 die Mitglieder, FreundInnen und Förderer von Dien Hông e.V. im Rathaus und der Vereinsvorsitzende Nguyen Do Thinh trägt sich in das Ehrenbuch der Stadt ein. Liedermacher Konstantin Wecker und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse geben am 25. Oktober 2002 aus Anlass von zehn Jahren Diên Hông einen Politischen Abend in der Hochschule für Musik und Theater Rostock.


Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt im November 2002 eine sechsmonatige Vorphase zur Planung eines regionalen Kooperationsnetzwerks für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten. Zum 01. Januar 2004 startet das anschließende Projekt für den Aufbau eines regionalen Kooperationsnetzwerkes für die berufliche Qualifizierung von jugendlichen Migrantinnen und Migranten (BQN) im Arbeitsamtsbezirk Rostock. Das Projekt hat eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren und wird aus Mitteln des BMBF und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert.

Im Auftrag der Hansestadt Rostock führt Diên Hông von Mai bis Dezember 2004 das Projekt Assessment, Qualifizierung und Arbeit für sozialhilfebeziehende Frauen mit Migrationshintergrund (AQuA) durch. AQuA soll die beruflichen Chancen dieser Frauen verbessern und zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen.



Auf der Jahresmitgliederversammlung des Vereins wurde am 27. Juni 2003 ein neuer Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender und Nachfolger des bisherigen Gründungsmitglieds und Vereinsvorsitzenden Nguyen Do Thinh wurde Herr Ta Minh Tuan.


Anfang 2005 wird Diên Hông vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Kursträger mit der Durchführung für die nach dem Zuwanderungsgesetz angebotenen Integrationskurse beauftragt. Zur Optimierung der Integrationskursangebote hat sich der Verein mit der Volkshochschule der Hansestadt Rostock und des Landkreises Bad Doberan, dem Institut für Datenverarbeitung und Betriebswirtschaft (Rostock) sowie mit dem Internationalen Bund (Rostock/Bad Doberan) zu einer Kursträgergemeinschaft zusammen geschlossen.


Im März 2005 erscheint erstmalig der zweisprachige InfoDienst Rostock – Viet Nam, der u.a. den Dialog zwischen einheimischer und der aus Vietnam zugewanderten Bevölkerung verbessern und das Anbahnen von Geschäftsideen zwischen Deutschen und VietnamesInnen unterstützen will. Die redaktionelle Arbeit an der vierteljährlich erscheinenden 24-seitigen Broschüre übernimmt ein ehrenamtlich tätiges Redaktionsteam. Eine Förderung der Sachkosten kommt aus dem Programm Kleinprojekte Lokales Handeln für soziale Zwecke. In den Jahren 2006 und 2007 erhält der Info Dienst Rostock – Viet Nam eine Auszeichnung vom beim Bundesinnenministerium angesiedelten Bündnis für Demokratie und Toleranz. Das Bündnis hatte den seit 2005 herausgegebenen zweisprachigen InfoDienst als vorbildlich eingestuft und mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 € bedacht. 2007 erhält der Verein für die Broschüre einen Preis als Landessieger von Mecklenburg-Vorpommern im Bundeswettbewerb Teilhabe und Integration von Migrantinnen und Migranten durch bürgerschaftliches Engagement, den die Stiftung Bürger für Bürger (Berlin) jährlich ausschreibt.


Die Hansestadt Rostock beauftragt Diên Hông e.V. im Jahr 2005 mit der Einrichtung eines von drei in Rostock agierenden Fachdiensten Sozialberatung für MigrantInnen (FSM). Der bei Diên Hông angesiedelte Fachdienst hat die soziale Beratung von vor allem in der Rostock Stadtmitte lebenden MigrantInnen zum Inhalt.


Nach einem Beschluss des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern wird die beim IntegrationsFachDienst Migration angesiedelte Arbeitsstelle zur Integration von Zugewanderten mit medizinisch-pflegerischen und sozialpädagogischen Qualifikationen eingerichtet. Ziel sind die Minimierung des Mangels an ÄrztInnen und Pflegekräften in M-V sowie die Aktivierung bestehender Strukturen im Land M-V für das Nutzbarmachen der Kompetenzen von bereits im Land lebenden Zugewanderten in den o.g. Berufsfeldern. Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert diese bis Ende 2005 befristete Stelle.

Im Rahmen des EQUAL-Programmes der Europäischen Union beginnt der Verein 2005 mit der Durchführung des Teilprojektes Migrationsspezifische Beratung von Unternehmen. Schwerpunkte sind besonders die fachliche Qualifizierung von UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund sowie die Sensibilisierung von deutschen UnternehmerInnen aus der Rostocker Region für die Nutzung der Kompetenzen von Zugewanderten. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2007 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Im Rahmen des EQUAL-Programmes beginnt der Verein außerdem mit der Durchführung des Teilprojektes Beratung von Zugewanderten in der Rostocker Region. Die Tätigkeiten des IntegrationsFachDienstes Migration werden so qualitativ verbessert und neue Formen von qualifizierter und interkultureller Beratung werden erprobt. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2007 und wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.



Diên Hông gehört im Jahr 2006 zu den bundesweit insgesamt 19 Trägern, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für die Teilnahme an der Transferphase zum Programm „Kompetenzen fördern“ ausgewählt wurden. In dem Projekt mit einer Laufzeit von einem Jahr werden beispielhafte Konzepte und Handlungsinstrumente zur beruflichen Integration junger Zugewanderter – entwickelt vom Beruflichen Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten (BQN) Rostock – in den neuen Ländern verbreitet.

Im September 2006 starten an neun Standorten Maßnahmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur Verbesserung der Chancen für die Eingliederung von zugewanderten Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Der IntegrationsFachDienst Migration war an der Konzipierung beteiligt und unterstützt die ausführenden Träger BiLSE-Institut und Akademie für Technik in den Landkreisen Bad Doberan und Güstrow sowie in der Hansestadt Rostock bei der erfolgreichen Durchführung für insgesamt 300 Migrantinnen. Die Förderung der bis Ende 2007 dauernden Initiativen erfolgt aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklungsprogramm).



Der Vorstand des Vereins erhält am 27. Februar 2007 in Berlin aus den Händen von Botschafter Tran Duc Mau eine hohe Auszeichnung der vietnamesischen Regierung. Aus den Händen erhielt der Vorstand eine undotierte Auszeichnung. Es heißt darin u.a.: „Durch sein Engagement und seine vielfältigen Kontakte in die Mehrheitsgesellschaft ist Diên Hông ein wichtiger Mittler für die vietnamesische Landsleute in Deutschland.“

Die Vereinsmitglieder wählen Herrn Do Van Bao, langjähriges Vorstandmitglied, im Jahr 2007 zum Vorstandsvorsitzender ihres Vereins.



Von Oktober 2007 bis September 2008 läuft bei Diên Hông ein weiteres Projekt im Xenos-Programm der Bundesregierung: „Vielfalt, Partizipation und aktive Integration durch regionale Förderung von beruflicher Qualifizierung und bürgerschaftlichem Engagement von Zugewanderten in der Region Mittleres Mecklenburg“. Maßnahmen des Projektes sind u.a. berufliche Qualifizierungskurse und gemeinwesenorientierte Gesellschaftskunde für Zugewanderte und Interkulturelle Trainings für Verwaltungsangestellte.

Ab November 2009 werden im Rahmen des vom Bundesinnenministerium geförderten Projektes „Sich öffnen – aufeinander zugehen. Lernen für mehr Akzeptanz und Partizipation von Zugewanderten“ verschiedene Maßnahmen innerhalb Rostocks umgesetzt. Dazu gehören die sechswöchigen Kurse „Deutschland praktisch“, die die Themen der Integrations- und Orientierungskurse aufgreifen und weiterführen. Außerdem bringen sich Zugewanderte in die Arbeit des freien und lokalen Radios LOHRO ein.



Die Mitgliederversammlung des Vereins beschließt im September 2010 eine Satzungsergänzung: Diên Hông stellt sich neben den bisherigen Vereinszwecken auch entwicklungspolitische Bildungsarbeit und das Umsetzen entwicklungspolitischer Projekte v.a. zum Thema Vietnam zum Ziel. Damit wird auch die Perspektive für mehr Zusammenarbeit mit Initiativen in Vietnam eröffnet. Erste Aktivitäten in diesem Bereich sind die Ausstellungen „face to face“ im Rostocker Rathaus und „Vietnam – ein Land der Gegensätze“ im Landtag in Schwerin.