Jugendprojektarbeit (bis 2002)

Der Kinder- und Jugendtreff

ist seit 01.02.2003 geschlossen

I. Allgemeines:

Bis 1990 durften ehemalige vietnamesische VertragsarbeitnehmerInnen nur ohne Familienangehörige in die DDR einreisen. In Betriebswohnheimen lebte jungen Frauen und Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren strikt getrennt, unter Beobachtung der von der Partei und dem kommunistischen Jugendverband organisierten Leitung. Kinder zu bekommen war laut dem bilaterialen Regierungsabkommen verboten (Bei Austragung der Kindes wurden Mutter und Kind nach Vietnam zurückgeschickt).

Nach der deutschen Einigung zogen Ehefrauen, Kinder und Heranwachsende nach, Kinder wurden in Rostock geboren. Die 2. Generation der VietnamesInnen wächst stetig in einer Zeit, in der die Eltern sich für ein dauerhaftes Leben in der neuen Heimat selbst neu orientieren, in der sich nachgezogene Familienangehörige in der Fremde einleben müssen, in der Fremdenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft zunimmt und in der staatliche Ausgaben für Integrationsmaßnahmen immer knapper werden.

Der Rostocker Verein Dien Hong will im Rahmen seiner Möglichkeiten und Räumlichkeiten, mit Hilfe des Jugendamtes durch die Finanzierung einer halben Stelle für Jugend- und Sozialarbeit und mit Unterstützung anderer Institutionen und Personen versuchen, auch mit niedrigschwelligen Angeboten den Integrationsprozess der vietnamesischen Kinder und Jugendlichen zu erleichtern sowie die Fremdenfeindlichkeit durch Begegnungen zu reduzieren. Mit dem Programm "Hilfe zur Arbeit" konnten u.a. russischsprechende MigrantInnen im Verein mitwirken, durch ihre Mitarbeit ist der Zugang anderer junger MigrantInnen zum Verein Dien Hong verbessert worden. Dien Hong e.V. ist anerkannter Täger der freien Jugendhilfe.

 

II. Ziele und Zielgruppe:

Für junge Deutsche und Migrantenkinder (i.S. des KJHGs) bietet der Verein Räumlichkeiten für Begegnungen zwischen jungen Deutschen und MigrantInnen, insbesondere für junge VietnamesInnen, um gegenseitige Akzeptanz und Toleranz zu fördern, Hilfe bei der Identitätsfindung, -bildung und -wahrung für junge VietnamesInnen durch kulturelle Angebote und Vorbildwirkung, Freizeitaktivitäten in Zusammenarbeit mit den "hauptamtlichen" offenen Jugendeinrichtungen in der Kröpeliner Tor Vorstadt, Integrationshilfe (bei Sprachproblemen, Problemen in schulischen Leistungen, Orientierung bei der Berufssuche und -ausbildung etc.), Kurse zum Erlernen und zur Pflege der Muttersprache.

 

 

III. Methoden / Räumlichkeiten:

Der sozialpädagogische Ansatz, nicht nur Angebote für Jugendliche, sondern nach Bedarfsanalyse Ideen und Innovationen von und mit ihnen zu entwickeln und zu realisieren, steht im Vordergrund. Innerhalb des Interkulturellen Zentrums eignen sich die Begegnungsstätte und die Seminarräme für solche Arbeiten wie Nachhilfeunterricht für junge MigrantInnen, Muttersprachenvermittlung für die hier geborenen (vietnamesischen) Kinder, Arbeit mit (Schul-) Gruppen usw.

 

 

 

Die Freizeit- und Sporträume des Vereins, unmittelbar am Hauptgebäde des Interkulturellen Zentrums gelegen, bieten:

  • Freizeitangebote wie Tischtennis,
  • Billard, Kicker usw.,
  • Freiräume als Treff für Jugendliche,
  • Kleinstreparaturwerkstatt für den Hausbedarf,
  • Schlosser-, Maler-, Tischler und Nähertätigkeiten zum Ausprobieren

Durchgeführt wurden auch Aktivitäten außerhalb des Hauses, z.B. Projektfahrten (meist in den Ferien) mit erlebnispädagogischem Hintergrund. Veranstaltungen, Feste mit anderen Institutionen im Stadtteil und Veranstaltungen mit den Schulen in den Schulprojektwochen werden auch weiterhin durchgeführt. Auch "normale" Freizeitbeschäftigungen wie Kinobesuch, Schwimmen, Radfahren, Kajakfahren, Kegeln usw. werden organisiert.

 

"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde"

Tagebuch einer Rumänienreise 2001

Vietnamesisch-rumänisch-siebenbürgisch-sächsisch-ungarische Jugendbegegnung an multinationalen Stätten in Siebenbürgen,

12. bis 22. August 2001 in Arbegen/Agârbiciu (Rumänien)

Tagebuchnotizen von Georgiana Rodica Florea, Raluca Tarta (beide Cluj-Napoca/Klausenburg) und den Gebrüdern Huy und Hoang Nguyen Quang (beide Rostock). Redaktion: Michael Hugo (Rostock)

 

 

Montag, 13. August 2001

Huy und Hoang: Unsere Gruppe, die aus neun Mitgliedern besteht, ist am Sonntagmorgen um 5.01 Uhr von Rostock mit dem Zug gestartet und in Lübeck, Hamburg und Wien umgestiegen. Ab dort hatten wir Schlafplätze – die rumänischen Grenzbeamten haben sich schon die Augen gerieben, als sie uns um Mitternacht sahen: Vietnamesen!? Was wollen die denn in Rumänien? Aber Thinh und Michael hatten so viele Papiere, dass sie uns einfach einreisen lassen mussten.... Am Montagmorgen sind wir dann um 8:59 Uhr in Medias eingetroffen, Ulf und Dieter vom Deutschen Forum holten uns mit einem Bus vom Bahnhof ab, im Kirchhof erwarteten uns duftender, heisser Kaffee und süsses Gebäck. Aber auch zwei Mädchen: Lidia und Adriana, die Roma (Zigeuner) sind und aus einem nordsiebenbürgischen Dorf kommen, in dem nicht erst nach dem Wegzug der Sachsen* (Deutschen) wohl alle Roms evangelisch geworden sind und nun der deutschen Kirche angehören. Die beiden sind noch ein bissl schüchtern. Weil sie noch die einzigen Mädchen sind?? Aber sie sprechen ganz gut deutsch. Eigentlich besser als die meisten von uns... Nach drei Stunden, in der wir etwas Zeit hatten, um uns von der langen Reise zu erholen, ging die Reise mit einem gemieteten Kleinbus nach Arbegen weiter. Wir waren aufgeregt, da Rumänien Vietnam ähnelt und deshalb fühlten wir uns hier wir zu Hause. Ab circa 13:00 Uhr fand der Bezug der Zimmer und dann, eine Stunde später das erste Kennenlernen mit unseren neuen Freunden statt. Anschließend wählten wir ein Versorgungsteam: aus jeder Gruppe wurden je zwei von uns ausgesucht, die nun jeden Tag darauf achten sollten, dass und was eingekauft werden muss. Und das auch abgewaschen wird. Da haben wir doch gleich einen Plan gemacht..... Der erste Tag war also ganz gut und wir sind mal gespannt, wie die anderen Tage weiter gehen werden!

Georgi: Ein neuer Tag beginnt, und das nach einer langen Nacht, in der wir leider nicht sehr viel schlafen konnten. Und das wegen der Emotionen für den folgenden Tag, die unseren Schlaf raubten. Ich erfahre, dass die Vietnamesen schon in Medias auf uns warten und das schon seit kurz vor neun Uhr. Wir; die Gruppe aus Cluj (Klausenburg), die aus fünf MitgliederInnen, darunter drei Mädchen, besteht, steigen um 10.07 Uhr voller Spannung in den Zug und hoffen, dass die neun Tage mit den Vietnamesen, eine Zeit ist, um neue Freunde zu finden. In Medias wartet schon der Vorsitzende des Deutschen Forums, Ulf Ziegler, der auch evangelischer Pfarrer ist, auf uns. Wir steigen also seinen Bus und fahren nach Agarbiciu (Arbegen), wo die Begegnung und das erste Kennenlernen mit unseren neuen Freunden aus Rostock stattfindet. Ich bin mit der Hoffnung hierher gekommen, eine für uns neue Kultur und Religion kennenzulernen; neue, vertrauensvolle Freunde zu finden und mit ihnen weiterhin für die nächste Zeit in Verbindung zu bleiben.

Raluca: Ich erwarte auch eine ganz neue und besondere Erfahrung: weil die Rostocker Jugendlichen ja eine andere und spezielle Kultur haben.

Georgi: Am ersten Abend, hatten wir den Wunsch, einen Spaziergang zu machen und das haben wir eigentlich auch getan. Somit hatten wir auch die Möglichkeit gefunden, das Dorf mit den Rostockern gemeinsam zu erforschen.

* Die Klärung des Herkunftsgebietes der Siebenbürger Sachsen ist bis heute unter Wissenschaftlern nicht eindeutig geklärt: Bei der im 12. Jahrhundert unter dem ungarischen König Geisa II. erfolgten ersten Ansiedlung von Deutschen hießen diese Flanderer und Flamen, in anderen Dokumenten werden diese MigrantInnen als Wallonen oder deutsche Gastsiedler bezeichnet. Letzteres war auch eine Selbstbezeichnung der Deutschen, bis hinein ins 18. Jahrhundert. Weitere sichere Quellen berichten, dass Teile der NeusiedlerInnen u.a. aus Gebieten des heutigen Luxemburgs, aus den Bistümern Trier, Köln und Lüttich sowie aus Niedersachsen (Harz) kamen. Das scheint über die Mundartforschung gesichert zu sein. Die Bezeichnung Siebenbürger Sachsen ist wohl eine durch die Ungarn gegebene. In der Frage der Ursprungsheimat haben die in Transsilvanien lebenden Sachsen mit den in Leipzig, Dresden oder Chemnitz lebenden Sachsen jedenfalls wenig gemeinsames.

 

Dienstag, 14. August 2001

Georgi: Nach dem Frühstück haben wir begonnen uns näher zu begegnen und gemeinsame Gespräche zu führen: Heute ist der Kennenlerntag. Ulf Ziegler gibt uns am schattigen Hof unseres Hauses eine Einführung in Landes- und Politikkunde Rumäniens. Mit diesem Thema fand auch ein Gespräch über das Leben und das Land Siebenbürgen statt, in dem unsere ausländischen Freunde aufgeklärt wurden. Ulf hat zwei wichtige Diensttermine: nachmittags eine Beerdigung und am frühen Abend ein Traugespräch. Umso schöner, dass er trotzdem bei uns sein kann!

 

 

 

Michael: 14.00 Uhr, Mittagszeit: Wir fahren nach Medias, um den (ungarischen) katholischen Pfarrer Pal Harai zu besuchen, der uns schon vor seinem Kolping-Jugendzentrum warmherzig begrüßte. Er erzählte uns über die Situation der zwei Millionen Menschen zählenden ungarischen Minderheit in Rumänien und seine mehr als sechsjährige Haftzeit, die er wegen einer (falschen) Denuziation in den 50er Jahren antreten musste. Er berichtete uns über das harte Leben im Gefängnis, die Arbeit im Steinbruch und beim Bau eines Kanals, von den Schikanen der Wärter und von Klopfzeichen, geschmuggelten Kassibern, der Freude über Verpflegungspäckchen von Verwandten und die Solidarität der Häftlinge, das uns sehr beeindruckt hat. Diese Jahre, die er im Gefängnis** verbringen mußte, waren, sind und werden immer noch eine prägende Erinnerung für ihn sein. Nach diesem anderthalbstündigen Gespräch, das Pfarrer Pal in Deutsch, dann auch wieder in Ungarisch und Rumänisch mit uns führte (Mirela hatte schwer zu übersetzen), besichtigten wir die ungarische Kirche.

Georgi: Zurück in Agârbiciu. Dort hatten wir in der Abenddämmerung die Gelegenheit, das Kinderheim mit den derzeit ca. 35 Kindern zu besuchen. Sonst leben hier über 130, die zwischen 7 und 18 Jahren jung sind. Sie waren sehr froh uns zu sehen und ihre Augen strahlten. Beeindruckend, für uns Rumänen war jedenfalls das Leid, dass wir auf den Gesichtern dieser Kinder sehen konnte. In manchen Gesprächen mit den Älteren hörten wir von der ziemlichen Perspektivlosigkeit: Sie wissen einfach nicht, wohin sie gehen sollen, wenn sie 18 Jahre alt geworden sind ... wollen die meisten wirklich zurück auf die Straße, weil dort, so ihre Hoffnung, das richtige Leben auf sie wartet?? Wir wissen nicht, was diese Kinder aus Arbegen in ihrem Leben weiter machen wollen... Liegt es vielleicht auch an dem rudimentären Personal, der sich nicht so gründlich um sie kümmert? Im Haus sahen wir einige Ausrüstungsgegenstände, da war alles da, was sie brauchen: Die Kinder hatten einen Fernseher; ein Spiel- und Sportraum, wo sie uns empfingen; alle Zimmer hatten vier oder sechs Betten und wirkten sehr aufgeräumt. Nachdem wir mit einigen von ihnen kurze Gespräche geführt hatten, auch über die Situation von Straßenkindern in Rumänien und Deutschland, sangen uns die Kinder zwei Lieder, was von uns natürlich mit Süßigkeiten (Haribos! Und Schokolade.) belohnt wurde. Aber viel wichtiger war unser Versprechen, dass wir noch diese Woche ein grooosses Fußballspiel (so eine kleine Weltmeisterschaft mit Vietnam, Rumänien und Deutschland) mit ihnen machen würden. Damit unsere Jungs gegen sie antreten werden und wir etwas zusammen erleben können ... und so ein Fußballspiel ist doch sicher ganz spannend. Also: Hieu verabredete mit zwei Jungs den kommenden Freitag für die heißen Spiele aus.

Die Stunden rinnen, wir gehen nachdenklich, manche auch traurig, zurück in unserer Haus. Wir sitzen am Tisch vor unserem Haus, reden, schweigen, manche rauchen, bis nach Mitternacht. Die Sonne ist auch schon längst schlafen gegangen und wir machen dasselbe.

Michael: Was einigen Jungs am Tag nicht gelang, klappt kurz vor Mitternacht (!!): Phong und Huy handeln bei einem Bauern einen guten Preis für zwei lebende Hühner aus, bringen diese mit und beginnen mit dem Schlachten und Ausnehmen und Kochen bis früh um vier Uhr eine köstliche Suppe, die wir dann zum Frühstück probieren dürfen.

** Nach unterschiedlichen Angaben bewegt sich die Zahl der in kommunistischer Zeit in Rumänien Verhafteten zwischen 300.000 und 1.000.000 Personen, darunter auch viele „bürgerliche“ Menschen rumänischer Herkunft.

 

 

 

Mittwoch, 15. August 2001

Georgi: Dieser Tag wird ganz bestimmt ein heißer sein, das kann man schon seit heute morgen spüren. Nach dem Frühstück geht die Fahrt schon mit dem einem Kleinbus los, in die wir 18 Personen uns ganz gut reinquetschen müssen. Ulf braucht dringend den anderen Bus und kann uns erst später treffen. Damit die Polizei nicht die schwere Last sehen kann, machen wir die Vorhängen an den Seiten und am Heck zu. Manche Jungs müssen sogar auf dem Boden sitzen oder im Kofferraum, manche aber haben Mädchen auf dem Schoß... Und das alles bei einer Temperatur von über 35 Grad Hitze. Doch das macht uns nichts aus (oder besser gesagt nicht viel)! Denn wir sind in guter Stimmung: Wir singen und lachen den ganzen Weg bis zu Ocna Sibiului (Salzburg). Die Fahrt bis hierhin hat sich tatsächlich gelohnt; Salzbäder warten für zwei Stunden auf uns und Ionut hat mit Radu den Eintrittspreis mit der Wärterin um die Hälfte gesenkt: 150.000 statt 300.000 Lei! Ein echter „Gruppen-Spar-Tarif“, wie Michael meint: ca. 12.- DM für 20 Personen. Wir haben Zeit, um zu Baden und in der Sonne zu liegen. Und für viele der Rostocker ist es das erste Mal, in einem See zu sein, der sie (wegen des hohen Salzgehaltes) von alleine trägt. Toll! Thinh hatte das schon mal am Toten Meer in Israel erlebt.

Dann fahren wir nach Hermannstadt. Ohne Ulf – der ist immer noch nicht da und das Telefonieren mit ihm klappt auch nicht. Aber wir müssen los, denn im Programm steht der Besuch des Freiluftmuseums und ein Treffen mit der Philosophin und Kinderbuchautorin Ricarda Terschak. Mit ihr findet ein Gespräch über die Geschichte Transsilvaniens und die Situation von ethnischen und religiösen Minderheiten in Rumänien statt. Was uns Rumänen an ihr allerdings nicht gefallen hat, war ihre subjektive Meinung über die Geschichte unseres Landes und das Problem der Minderheiten in Europa. Andere aus unserer Gruppe sahen das anders.*** Ansonsten fand ich alles super, auch wie sie sich vorbereitet hat: mit Bildern, Karten und Zeichnungen. Man sah, daß sie sich Mühe gegeben hat, für uns alles leichter und verständlicher zu machen.

*** Anmerkung von Michael: Waren nun die Daker, als deren Nachfahren sich die Rumänen sehen, die ersten Siedler, die Dörfer und Städte erbauten? Oder waren es ab dem 11. Jahrhundert die Ungarn und mit ihnen dann kurz darauf die sogenannten Siebenbürger Sachsen? Da auch bei diesen diffizilen Themen bis heute natürlich auch die Wissenschaft uneins ist, können schon die Emotionen etwas hochkochen...

Raluca ergänzt: Wir waren auch aufgeregt, die Altstadt Sibiu (Hermannstadt) zu besichtigen. Dazu hatten wir auch die Möglichkeit an einem Orgelkonzert in der Evangelischen Kirche mit Izumi Ise teilzunehmen. Das war meiner Meinung nach die ruhigste Stunde, die wir an dem Tag hatten ... und das mit unglaublich schöner Musik, die uns in die Seele ging. Izumi stammt aus Japan, lebt seit zwölf Jahren als Organistin in der Schweiz und jetzt für ein halbes Jahr in Siebenbürgen. Eine beeinduckende Frau! In den letzten drei Tagen haben wir mit unseren neuen Freunden viel gesprochen, wir haben uns gegenseitig Fragen gestellt und wir haben gesehen, dass wir nicht so verschieden sind. Einige Jungs sind ein bißchen kindisch, aber wir verstehen uns ganz gut miteinander und haben Spaß zusammen.

 

Donnerstag, 16. August 2001

 

Raluca: Nach einer kurzen Nacht (da wir die meiste Zeit verbrachten, um miteinander zu sprechen),mußten wir wieder früh aufstehen. Nach dem Essen stand der Besuch des rumänisch-orthodoxen Klosters Sambâta de Sus auf dem Plan. Nach einer zweistündigen Fahrt mit den Kleinbussen standen wir endlich da. Gelegen im Tal des Flusses Sambâta, am Fuße des höchsten rumänischen Berges, des Moldoveanu (2.543 Meter), ist das „Brincoveanu“ berühmt als ein Ort der Geistesruhe, des seelischen Trostes und der Kräftigung für die rumänischen und ausländischen Touristen. Die bemalten Wände des Klosters bewundernd, gingen wir langsam in das Innere der Anlage. Wir hatten das Glück, auch bei der festlichen Prozession zur Erinnerung an den Klostengründer, der auch der Bukarester Bischof beiwohnte, teilzunehmen. Mit Pater Teofil Parian, einem der berühmtesten orthodoxen Theologen Rumäniens, den Michael schon mehr als fünfzehn Jahre kennt und der uns schon erwartete, machten wir eine kleine Klosterführung. Zwischendurch erzählte er uns über die orthodoxe Religion, den Alltag im Kloster, die Unterschiede zwischen orthodoxer und anderen christlichen Konfessionen und Religionen. Er war ganz interessiert, als er hörte, daß Thinh ein Buddhist ist!

Wir haben im Kloster einen gemeinsamen Wert gefunden: Die Liebe, die in allen Sprachen, Kulturen und Religionen der Welt dasselbe bedeutet.

Georgi/Michael: Es war ein wunderschöner Augustnachmittag. Die Sonne schien warm gegen den Waldrand. Nach einer kleinen Pause, in der wir etwas gegessen haben, ging die Reise wieder fort. Wir stiegen in die Busse und fuhren bis in das Fogarascher Gebirge. Von dort aus gingen wir zu Fuß weiter ... eine Bergwanderung, die mit einem festlichen Essen am Lagerfeuer belohnt wurde: Melone, Brot und gebratenem Speck – köstlich, besonders wenn man Hunger hat! Es war fast windstill dort und weil die meisten vom Wandern müde waren, breiteten sie sich auf der Decke zum Ausruhen aus. Die Sonne ist hinter dem Wald schlafen gegangen, Dämmerung hüllt den Waldrand ein. Gut aber, daß es nicht so schnell dunkel wird. Auf der Heimfahrt nach Arbegen, machten wir einen kleinen Halt am Schwimmbad in Victoria. Eine Stadt, die eine ganz besondere Geschichte hat: Denn erst Anfang der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde hier, wo vorher Wald und Felder waren, von der deutschen Armee und der Rüstungsindustrie die Stadt aus dem Nichts gebaut. Eine riesige, unterirdische Munitionsfabrik, die auch nach dem Krieg von den Kommunisten bis zur Gegenwart weitergenutzt wird. Und die kilometerlangen Heizungsrohre gehen ins Freibad und bringen bis heute die Wärme... Schon ein Moment des Nachdenkens, ein Stück gemeinsamer, wenn auch gerade nicht rühmlicher Geschichte: Denn bis 1944 waren Rumänien und Deutschland Verbündete im zweiten Weltkrieg..... Nun aber ins Wasser: Eine kleine Erfrischung gefällig!

 

Freitag, 17. August 2001

 

Georgi: Um circa 10:30 wachten wir auf, frühstückten und dann kam die tolle Überraschung: Eine andere Gruppe aus Rostock kam zu Besuch. Leider waren sie anfangs überhaupt nicht kommunikativ, außer den Betreuern, die sehr nett schienen. Am Nachmittag fand das versprochene Fußballturnier statt: Es entstanden drei Fußballmannschaften: die Equipe von Jugendwohnen e.V. Rostock, das Team aus dem Kinderheim und die „Sieben“ von Diên Hông, die aus Vietnamesen, Deutschen und Rumänen bestand. Wir, die Mädchen, feuerten unsere Jungs in den Trikots von Diên Hông kräftig an. Geholfen hat es aber nicht so richtig: Alle Spiele endeten unentschieden! Aber es gab dann noch eine kleine Siegerehrung, bei der natürlich das Kinderheim-Team zum Sieger erklärt wurde. Schließlich waren sie auch die jüngsten Spieler!

Michael: Später gab es eine Kirchenführung mit dem Kirchenältesten: Einige unserer Kurzbesucher waren sehr überrascht, sich in einer Kirche, in der Bibellosungen und Texte in Gesangbüchern sowie auf Zunftfahnen in deutscher Sprache zu sehen waren, zu befinden. Und das mitten in Rumänien....! Aber es gab für sie einen geschichtlichen Abriß Transsilvaniens. Und zwei lateinische Gesänge, die Mirela und ich im ehemaligen gotischen Kirchenschiff darboten...

Georgi: So im dämmrigen Licht begann in unserem Garten ein festliches Essen: gegrillte Würstchen, selbstgebackenes Brot (da hatten die Rostocker einen schönen Stockteig gemacht!) und selbstgemachten Salat (Kraut, Tomaten und Paprika). Weil wir, die Mädchen, mehr als eine Stunde gebraucht hatten, um für 40 Personen Salat zu machen, haben wir uns in der Küche selbst die Würstchen in einer Pfanne gebraten und nicht am Lagerfeuer, wo sich die anderen das Essen vor- und zubereitet hatten. Da hätten unsere Jungs besser für uns sorgen können! Die Deutschen sind um circa 23:00 nach Hermannstadt gefahren und wir blieben am Tisch sitzen, haben miteinander gesprochen und dann noch einige Tassen Tee getrunken.

Michael: Jetzt hatten wir die Schlüssel für die Kirchenburg! Groß, ehrwürdig und an die vierhundert Jahre, wie mir der Küster erzählte, alt. Gegen halb zwölf abends luden dann einige zum Abendgebet ein, um im Kerzenschein in der Stille und mit einigen meditativen spanischen, lateinischen, englischen, rumänischen und deutschen Taizé-Gesängen**** den Tag zu beschließen. Auch ein älteres Ehepaar aus Holland, zu Besuch im Ort, kam dazu. Aus einem Text von Frère Roger, Taizé: „Unzählige Frauen, Männer, Jugendliche und sogar Kinder überall auf der Erde wollen Zeugen des Friedens, des Vertrauens und der Versöhnung sein. Sie bezeugen mit ihrem Leben, dass der Mensch nicht erschaffen wurde, um zu verzweifeln.“

**** Taize-Gesänge: Meditative und mehrsprachige Gesänge, die seit Beginn der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in der ökumenischen Mönchsgemeinschaft von Taizé (Frankreich) entstehen. Der Communaute de Taizé engagiert sich besonders für Versöhnung, ihr gehören Menschen verschiedenster christlicher Konfession und unterschiedlicher kultureller Herkunft an.

 

Samstag, 18. August 2001

 

 

 

 

 

 

Huy und Hoang: Nur die Jungs, standen um 9:45 Uhr auf (ist doch aber klar, daß die Mädchen später aufstehen!?). Nach dem Frühstück, bei dem die Mädchen unter anderem leckere Rühreier zubereitet hatten, gingen wir arbeiten. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe fuhr mit dem Auto nach Medias zum Einkaufen und danach im Wald, um Holz für das Lagerfeuer zu sammeln; und die andere blieb in Arbegen, um Reinigungsarbeiten im und um das Haus herum zu machen und das Eingangstor zu streichen. Das aber hatte bestimmt siebzig Jahre keine Farbe gesehen, die alte kratzten wir mühsam runter und dann kam der erste Anstrich mit der Rostschutzfarbe.

 

Raluca und Georgi: Am Nachmittag bereiteten wir das „Essen der Nationen“ vor, bei dem wir Typisches aus unseren Heimatgebieten vorstellten: Phong und Chanh bereiteten ein vietnamesisches Essen vor: Scharfe Hähnchen mit buntem Gemüse und Naturreis. Raluca, Georgi, Adriana und Lidia buken Pfannkuchen... das Einzige, was den vietnamesischen Jungs von unserem rumänischen Essen in den Tagen wohl geschmeckt hat... Aber es war schön – wir waren eine große Runde und hatten auch verschiedenen Besuch: Aus Mediasch von Edith Toth, die an der Evangelischen Kirche Organistin und ungarisch-sächsischer Herkunft ist und uns mit ihrem Söhnchen besuchte (eigentlich wollte sie unser Treffen mit Ulf zusammen leiten). Und Ulfs Tochter Kirsten. Und Izumi, die uns alle mit ihrer Fröhlichkeit ansteckte. Und aus Sibiu war die Journalistin Beatrice Ungar von der „Hermannstädter Zeitung“ mit Begleitung gekommen, die sich besonders für die Vietnamesen interessierte. Ist ja auch klar! Am Abend, gegen 19.00 Uhr: Besuch bei einer Hochzeit! Die Schwester unseres Hausmeisters Mihai Florin, heiratete und wir waren zum Gottesdienst in die rumänisch-orthodoxe Kirche eingeladen. Unsere neuen Freunde waren sehr beeindruckt von der rumänischen Tradition bei einer Hochzeit. So viel Musik und Fröhlichkeit!

Michael: Neben Saxofonspielern begleiteten den Festzug selbst Büffel und Kühe, die von den Feldern kamen! Hat das schon jemand in Bukarest oder Hanoi oder Rostock gesehen?? Ich fand das wunderbar...

Raluca und Georgi: Die Jungs gingen gegen 23.00 Uhr in die Dorfdisco, obwohl Ulf uns einen Kassettenrecorder gebracht hatte. Wir Mädchen haben uns ohne die Jungs einen wunderschönen Abend gemacht und so konnten wir in Ruhe tanzen und Blödsinn machen. Um 24:00 Uhr ist eine Gruppe wieder in die sächsische Kirche gegangen, um dort zu singen und zu beten; um eine seelische Ruhe zu finden. Zum ersten Mal schlief Izumi mit uns in Arbegen.

Huy: Ich bin kurz vor 03:00 eingeschlafen und ich weiß nicht mehr genau, wieviel schöne Mädchen ich in meinem Traum getroffen habe...

 

Sonntag, 19. August 2001

 

Georgi: Ich hatte Aufweckdienst und mußte Michael, Thinh und die Jungs aufwecken ... als der Morgen dämmerte.***** Natürlich half mir Izumi dabei und beim Tisch decken. Nach dem Frühstück ging die Reise nach Medias schon, wo wir am deutschen Gottesdienst teilgenommen haben. Meiner Meinung nach war das eine sehr beeindruckende Erfahrung, denn ich war noch nie in einer Evangelischen Kirche, wo ich zum ersten Mal den Gottesdienst in deutscher Sprache gehört habe.

Michael: Dann fuhren wir mit den Bussen noch einen Abstecher nach Wurmloch/Valea Viilor, wo uns der Küster extra empfing und uns nicht nur die beeindruckende Kirchenburg zeigte, einige von uns auf den Turm stiegen und von oben die Dorfstruktur und die Umgebung des „Tals der Weintrauben“ sehen konnten. Nein: Er ließ uns die im Kirchgarten wachsenden Äpfel pflücken. Äpfel, die die Süße Siebenbürgens in sich tragen. So gute Äpfel fanden wir weder vor, während oder nach der Reise. Geschweige denn im Supermarkt in Deutschland....

Raluca und Georgi: Eine Stunde lang hatten wir nach dem Gottesdienst noch Individualprogramm und konnten Medias besichtigen. Einige von uns gingen auf den Markt, andere schauten sich die Gründerzeitfassaden der Häuser an, die von der Geschichte auch Österreich-Ungarns erzählen. Andere besuchten das Internet-Café. Auf das Mittagessen, das wir in Frauendorf einnahmen, mußten wir fast eine Stunde warten! Wir hatten immer wieder dieses „Glück“ gehabt! Die Vietnamesen hatten nur eine Rindsuppe gegessen und waren nachher hungrig und wir wissen auch heute nicht, warum sie nicht noch etwas anderes bestellt haben. Gegen 15 Uhr waren wir in Arbegen, wo wir uns den Film „The true lies in Rostock“ angesehen haben. Wir waren sehr schockiert, daß in einem entwickelten Land wie Deutschland, so etwas schreckliches passieren kann; für uns ist eigentlich so etwas unbekannt. Das Gespräch über den Film entwickelte sich schon ein wenig schleppend, zumindest was die Rostocker Jugendlichen betraf. Lag es daran, das sie diese Geschichte ihres neuen Heimatortes nicht selbst erlebt haben, da sie alle 1992 noch in Asien lebten? Schon zu viel Auskunft geben mussten? Thinh aber, der ja damals zu den im Hochhaus Eingeschlossenen gehörte, konnte uns vieles erklären.

Michael: Ich lebe nun seit mehr als drei Jahren in Rostock und habe die rassistischen Ausschreitungen von 1992 damals über die holländischen Medien wahrgenommen und später von Beteiligten, wie durch Thinh oder Rostocks Ausländerbeauftragten Wolfgang Richter, mehrfach gehört. Eine spannende Sequenz kam für mich in der Bemerkung Thinhs, das er jetzt, hier in Rumänien, manches für sich besser einordnen kann. Denn die Roma, die 1992 vor dem Aufnahmeheim in Lichtenhagen ohne sanitäre Möglichkeiten campieren mussten, waren der offizielle Anlaß für die brutalen Attacken auf das von den vietnamesischen Frauen, Kindern und Männern bewohnte Haus, der manchen damals durchaus willkommen war. Jetzt, 2001, erlebt er das Herkunftsland der meisten von damals in Rostock lebenden AsylbewerberInnen. Fühlt sich hier sehr wohl, sieht die Armut, aber auch die Schönheit im Antlitz vieler Menschen. Und in unserer Gruppe sind zwei Roma-Mädchen, die sehr unsere Gruppe durch ihr Tun, ihre Aufmerksamkeit und ihr selbstbewusstes Auftreten bereichern....

Raluca und Georgi: Am Abend gingen wir wieder in die Kirche, um neue Lieder von Taizé zu lernen. Es war sehr schön, daß Menschen aus verschiedenen Religionen diese Zeit nutzten, um sich spirituell zu finden.

*****Anmerkung von Michael: Der Morgen dämmerte bei Georgi an diesem Tag so gegen 7.30 Uhr...

 

Montag, 20. August 2001

 

Raluca, Georgi und Michael: Wir mußten wieder einmal früh aufstehen, um einen Ausflug mit den drei gemieteten Kleinbussen nach Birthälm/Biertan zu machen. Die Kirchenburg von Birthälm steht auf dem UNESCO-Weltkulturerbe und ist eine der noch wenigen erhaltenen Wehrburgen, deren drei Ringmauern gut erhalten sind. Und das gotische Portal! Und die Sakristeitür, die selbst auf einer Weltausstellung präsent war... (da haben wir ja die beiliegenden Fotos). Vor der Besichtigung der alten Festung und Kirche machte Ulf Ziegler eine kurze Einführung in der Geschichte der Besiedlung Transsilvaniens sowie zu den Tataren- und Türkeninvasionen. Lustig: Es gab ein „Scheidungszimmer“. Die Sachsen hatten eine ganz besondere Methode, um Eheprobleme zu lösen: Das trennungswillige Ehepaar wurde in einem kleinen Zimmer eingesperrt und sie hatten alles nur in einmaliger Ausführung: einen Becher, ein Bett, eine Gabel, einen Löffel, ein Messer.... sie mussten bis zu vier Wochen in dieser Kammer bleiben. Sollten die Streitereien nicht zu Ende gegangen sein, wurde die Ehe durch den Bischof getrennt. Das soll, so Ulf, aber nur einmal passiert sein! Wir haben auch die Weinbereitungskunst der Siebenbürger kennengelernt. In der Bithälmer Winzerkooperative informierten wir uns über die Probleme, die mit dem Weinanbau in post-kommunistischer Zeit, der biologischen und die Schwierigkeiten des Exports in die Europäische Union beinhalteten. In den riesigem unterirdischen Kellern, in denen die Weinfässer mehr als vier Meter unter der Erde mit einer konstanten Luftfeuchtigkeit von 80% liegen, konnten wir zwei verschiedene Weinsorten kosten. Sehr lecker!

Raluca und Georgi: Unterwegs luden uns unsere vietnamesischen Freunde zum Mittagessen ein. Standesgemäß saßen wir im “Hotel Dracula“. Das fanden wir beide sehr nett! Nach diesem leckeren Essen mussten wir uns leider aus Zeitgründen (da wir mehr als eine Stunde auf das Essen warten mussten) in zwei Gruppen teilen.. Eine Gruppe wollte das Orgelkonzert von Izumi in Medias unbedingt erleben. Andere wollten ins „sächsische Nürnberg“, nach Schäßburg/Sighisora. Wir beide fuhren nach Schäßburg einkaufen und weil wir noch Zeit hatten, haben wir auch eine kleine Stadtbesichtigung unternommen und den alten sächsisch-jüdischen Friedhof besucht. In Arbegen trafen wir uns alle wieder, und da gab es eine andere Überraschung: Kaum waren wir da und bereiteten unseren Abschiedsabend vor (natürlich mit Musik!), da kam ein Sturm und das Licht verschwand....

Huy: Es regnet immer mehr. Thinh meinte, daß der Himmel an dem Abend weinte, weil wir am nächsten Tag wegfahren mußten. Der heutige Abend ist für mich sehr wichtig ... Ein unvergeßlicher Abend! Alle sehen sehr müde aus, aber wohl niemand will schlafen gehen.

Georgi: Um 3:00 kam wieder das Licht. Phong und Lavinia wollten tanzen und die anderen aufwecken. Ich habe Fußball mit Ionut, Hieu und Ulf in der Küche gespielt und dann ging es draußen bis 5 Uhr mit Volleyball weiter. Das war aber ein schöner Abend! Schade aber, daß nicht alle wach waren.

 

Dienstag, 21. August 2001

Huy: Wir standen um 10:00 auf und mußten die Zimmer aufräumen und reinigen. Und Wasser holen, weil der Strom noch nicht wieder da war. Waschen heute mal am Ziehbrunnen! Und einige Jungs machten sich mit Thinh am Tor zu schaffen: das neue-alte Schloß wurde eingebaut und die schwarze Deckfarbe kam auf´s Tor....

Raluca, Georgi und Michael: Die übriggebliebenen Stunden gingen sehr schnell vorbei. Von Adriana und Lidia mußten wir uns eher verabschieden, da sie vom Pfarrer aus Reghin/Sächsisch Reen mit dem Auto abgeholt wurden. So blieben nur wir, die Gruppe aus Klausenburg, die die Rostocker am Abend verabschieden mußten. Gott sei Dank hatte der Zug aber zwei Stunden Verspätung und so hatten wir mehr Zeit, um mit unseren Freunden noch ein Saft trinken zu können. Dieter, der auch wie die Mediascher Organistin Edith zum Bahnhof gekommen war, saß mit bei den „großen“ am Tisch und trank Bier. Auch Thinh, Christa, Ulf, Izumi und Michael, die dort zusammensaßen, war es wohl nicht so leicht, adé zu sagen. Der Abschied viel uns allen schwer! Aber wir können es kaum erwarten, uns nächstes Jahr wiederzusehen. Dann an der Ostsee!

 

Mittwoch, 22. August 2001

Hoang und Huy: Zwei Stunden hatte der Zug in Mediasch Verspätung. Aber zwei Stunden sind für uns zu wenig! Schließlich, gegen 23.30 Uhr, kam der Zug. Leider! Es fiel uns schwer,“tschüߓ zu sagen. Auch wenn wir wussten, dass wir uns nächstes Jahr sicher wiedersehen werden. Im Zug erfuhren wir den Grund der Verspätung: Ein Güterzug, der vor unserem auf dieser Strecke fuhr, sei entgleist. Das ist traurig! Die Verspätung erhöhte sich auf sechs Stunden und als wir in Wien umsteigen wollten, waren natürlich unsere Anschlusszüge weg. Aber es ging doch gut weiter: kurz vor Mitternacht waren wir in Hamburg, stiegen nochmals um bis Lübeck. Aber Michael hatte schon im ICE die Sache gemeldet – und so warteten Dank der Freundlichkeit der Deutschen Bahn zwei Taxis auf uns, die uns bis Rostock brachten. Am Donnerstagmorgen, so gegen 3.30 Uhr in der Frühe rollten wir dann zu Hause ein. Willkommen Rostock: Wir haben euch manches mitgebracht!

 

Multiethnische Jugendbegegnung 2002

Lavinias Tagebuch (PDF 308 KB)